Grüne warnen vor Schwermetall-Belastung auf Wiener Spielplätzen

11. Juli 2006, 21:03
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Smolik ortet Vertuschungsversuch von Umweltstadträtin Sima - SPÖ: "Panikmache"

Die Grünen haben am Dienstag erneut vor Schwermetallbelastungen in den Böden der Wiener Spielplätze gewarnt. Umweltstadträtin Ulli Sima (S) warfen sie vor, eine Spezialuntersuchung zu diesem Thema vertuschen zu wollen. In ihrem Büro wurde dies zurückgewiesen. Die Rathaus-SPÖ betonte zudem, dass die Spielplätze sicher seien und die Grünen Panikmache betrieben.

Gemeinderätin Claudia Smolik von den Grünen lud zu diesem Thema in den Arne-Karlsson-Park im Bezirk Alsergrund. Man habe im Rindenmulch des dortigen Spielplatzes sowie an einer rasenlosen Stelle neben dem Spielbereich Bodenproben genommen und diese auf die Quecksilber-Belastung untersuchen lassen. Bei der zweiten Probe sei mit 0,98 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Boden der Wert für unbelastete Spielplatzböden überschritten worden, erklärte Smolik.

"Moralische Verpflichtung"

Eine gesetzliche Verpflichtung zum Handeln bestehe für die Stadt Wien zwar nicht, räumte die Grüne ein. Grundlage dafür wäre ein Bodenschutzgesetz, das Wien bis heute nicht beschlossen habe. Allerdings: "Es gibt eine moralische Verpflichtung, etwas zu tun." Denn, so Smolik: "Wenn Kinder kontaminierte Erde zu sich nehmen, dann ist das eine Belastung, die man nicht verharmlosen sollte."

Laut den Grünen ist die Situation auf den Wiener Spielplatzböden seit Jahren gleich bleibend schlecht. Beim Bodenbericht 2003 seien bei 20 von 37 untersuchten Böden die Schwermetallparameter für die unbedenkliche Nutzung überschritten worden. Ein ähnliches Bild habe sich schon im Jahr 2000 ergeben. Besonders ärgerlich ist für sie, dass Sima eine im Herbst 2004 fertig gestellte Untersuchung zu 400 Wiener Spielplätzen bis heute nicht veröffentlicht worden sei.

"Keine Gefährdung für Kinder"

Ein Sprecher Simas ließ dies nicht gelten. Eine Zusammenfassung der Untersuchung sei unter wien.gv.at/umweltschutz im Internet abrufbar. Dort ist zwar von für den innerstädtischen Bereich typischen Grundwertüberschreitungen die Rede, es sei aber "davon auszugehen, dass keine Gefährdung für Kinder besteht". Im Sima-Büro wurde außerdem darauf hingewiesen, dass der laut den Grünen erhöhte Quecksilberwert an einer Stelle außerhalb des Spielplatzes gemessen wurde.

Für die SPÖ kritisierte Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer die Grünen: "Keinesfalls gibt es in Parkanlagen, in denen sich Kinderspielplätze befinden, auffallende Schwermetallbelastung. Von jenen Werten, ab denen Maßnahmen ergriffen werden müssten, sind Wiens Böden sowohl in Parks als auch auf Spielplätzen weit entfernt." Die Grünen würden Grenzwerte verwechseln und eine uralte, aber falsche Geschichte erneut aufwärmen. (APA)

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