Kaschmir: Sechs Tote bei Granatenangriffen

14. Juli 2006, 13:51
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Mindestens 25 Menschen verletzt - Anschlag auf Kleinbus

Srinagar - Im indischen Teil von Kaschmir sind bei mehreren Granatenangriffen mindestens sechs Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden. Fünf Urlauber aus Indien kamen am Dienstag ums Leben, als eine Granate einen Minibus in der größten Stadt Srinagar traf, wie die Polizei mitteilte. 15 Passanten wurden demnach verletzt, als mutmaßliche Rebellen das Fahrzeug angriffen.

Bei einem zweiten Granatenangriff wurden vier Menschen verletzt, die in einem Auto unterwegs waren. In der Nähe des größten Einkaufszentrums von Srinagar starb bei Angriffen auf Privatwagen laut Polizei ein Mensch, sechs weitere wurden verletzt.

60.000 Tote

Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Separatisten seit 1989 für die Unabhängigkeit oder den Anschluss der Region an Pakistan. Dabei starben bisher mehr als 60.000 Menschen. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um das geteilte Kaschmir. Die beiden Atommächte nahmen Anfang 2004 Friedensgespräche auf. Zwischen beiden Ländern gilt seit Ende 2003 ein Waffenstillstand, der die muslimischen Extremisten im indischen Teil Kaschmirs aber nicht einschließt.

Als Großbritannien 1947 den Subkontinent in die Unabhängigkeit entließ und die mehrheitlich muslimisch besiedelten Gebiete den neuen Staat Pakistan bildeten, optierte der Maharadscha von Kaschmir, Hari Singh, selbst ein Sikh, für den Beitritt seines Fürstentums mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung zur Indischen Union. Rund 60 Prozent der Fläche kamen zu Indien (1957 wurde der Unionsstaat Jammu und Kaschmir geschaffen), während der nordwestliche Teil als "Azad Kaschmir" (Freies Kaschmir) unter pakistanische Verwaltung gestellt wurde. In Azad Kaschmir fanden am Dienstag Regionalwahlen statt. (APA/dpa/Reuters)

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