Asiatische Ernährungslehre

26. Juli 2007, 13:02
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"Kühlende" Lebensmittel stärken das im Sommer geschwächte "Yin" - Auch in Tibets Küche werden Nahrungsmittel thermisch beurteilt

Wien - Mitteleuropäer lieben die Sonne. Wenn es zu warm wird helfen die chinesische und die tibetische Ernährungslehre den "überhitzten" Organismus zu kühlen.

Feuchtigkeit und Hitze

Sommer und Hitze bedeutet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zufolge: "Die Yang-Energie ist am stärksten, der Stoffwechsel und der Kreislauf ist am meisten belastet", erläuterte TCM-Expertin Wen Shi Chun. "Wenn es im Sommer dann noch regnet, kann leicht schädliche Feuchtigkeit in den Menschen eindringen.

Unangenehme Symptome

Hitze und Feuchtigkeit begünstigen unangenehme Symptome wie übermäßiges Schwitzen, innere Unruhe, dunkler Urin und Schlaflosigkeit. Trockene Augen, spröde Lippen und Mund, Halsschmerzen, und Appetitlosigeit können auftreten. Auch Verdauungsstörungen oder eine Darmgrippe sind mögliche Folgen."

Kühlende Nahrungsmittel

"Man sollte in dieser Zeit viel Flüssigkeit zu sich nehmen, kühlende und die Milz stärkende Lebensmittel essen", empfiehlt Wen. Das stärkt das "kühle" Yin: Südfrüchte wie Wassermelonen und Bananen. Sommergemüse wie Gurken, Paradeiser, Melanzani, Karotten und Spinat.

Außerdem asiatisches wie Tofu, Wasserkastanien, Mungbohnen, Bittergurken und Morcheln. Als erfrischendes Getränk gilt zum Beispiel grüner Tee. Frisches Obst wie Erdbeeren, Birnen, Zwetschken und Pfirsiche wirken ebenfalls kühlend auf den Organismus.

Traditionelle Tibetische Küche

Auch in der Traditionellen Tibetischen Küche werden Nahrungsmittel nach ihrer thermischen Wirkung beurteilt. So sollen Ananas, Kiwi und Gurkensalat den Organismus kühlen. Jogurt, Paradeiser und Kirschen helfen ebenso, die Hitze besser zu verkraften.

Schädliche Kälteeinflüsse

Wenn der Körper nicht in der Balance ist können Eiscreme, kalten Getränke und Klimaanlagen als schädliche Kälteeinflüsse auf ihn einwirken. "Das ist, als ob man die Temperatur von kochendem Wasser zu reduzieren versucht, indem man kaltes Wasser dazu gibt. Das kühlt nur für kurze Zeit ab.

Man kann aber den Gashahn am Herd abdrehen, um das Wasser langsam abkühlen zu lassen. Die TCM meint damit, 'hitzige' Lebensmittel zu reduzieren oder besser ganz wegzulassen", erklärte Wen.

Zu warm an heißen Tagen

Die TCM-Expertin rät deshalb, im Sommer keine oder nur selten gegrillte, geräucherte, gebackene und scharfe Speisen sowie Süßes zu essen. Als Beispiele "hitziger" Lebensmittel und Gewürze, die das Yang stärken, nennt sie scharfe Gewürze wie Ingwer, Knoblauch, Zwiebel Curry, Basilikum, Koriander und Pfeffer. Dunkle Fleischsorten wie Lamm- und Rindfleisch und unter den Meeresfrüchten die Garnelen.

"Wenn man im Sommer häufig hitzige Yang-Lebensmittel zu sich nimmt, zerstört man die Körperbalance und erhöht die Anfälligkeit für Beschwerden."
(APA/red)

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    Als kühlende Nahrungsmittel gelten Südfrüchte wie Wassermelonen und Bananen. Außerdem Sommergemüse wie Gurken, Paradeiser, Melanzani und Spinat

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