Dr. Oetker will kaufen und verdrängen

30. Juli 2006, 17:00
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Der deutsche Mischkonzern hat die Region München und das Brauereigeschäft im Blickfeld

Hamburg/Bielefeld - Der deutsche Mischkonzern Dr. Oetker will nach Zukäufen im Nahrungsmittel- und Reederei-Geschäft weiter expandieren. "Wir bekommen für Akquisitionen eine Milliarde Euro gestemmt", sagte August Oetker, persönlich haftender Gesellschafter der Bielefelder Oetker-Gruppe, der "Financial Times Deutschland" (Dienstag). Das gelte "für jeden Geschäftsbereich im Einzelnen, aber nicht für alle zugleich".

Weitere Zukäufe kündigte Oetker etwa für die Brausparte an. "Wir werden kaufen und verdrängen", sagte Oetker. "Wir sind zum Beispiel noch nicht in der Region München vertreten." Oetker will den Anteil seiner Brausparte am schrumpfenden Inlandsmarkt von 15 auf 20 Prozent steigern.

Lieber gekühlt

Auf Expansion setzt der Konzern auch im Geschäft mit Dessert-Produkten. "Die Milchmärkte sind noch nicht verteilt. Dort gibt es noch viel Potenzial", sagte Oetker. Bereits 2004 hatte die Gruppe den Molkereiprodukte-Hersteller Onken übernommen - und damit die Richtung vorgegeben. "Wir möchten nicht die letzten sein, die Puddingpulver verkaufen in einer zukünftigen Welt, in der die Menschen den gekühlten Desserts den Vorzug geben", sagte Oetker, dessen Vorfahren vor über 100 Jahren mit dem Verkauf von Backpulver den Grundstein für den Konzern gelegt hatten.

Die Oetker-Gruppe besteht aus über 390 Firmen in vier großen Sparten: Schifffahrt (Hamburg Süd), Nahrungsmittel (Vitalis, Ristorante), Bier (Radeberger, Jever) und Sekt (Henkell, Fürst von Metternich). Hinzu kommen Finanzdienstleister und Luxushotels. Vergangenes Jahr erreichte der Konzern nach mehreren Zukäufen einen Umsatz von rund sieben Milliarden. Gewinne beziffert Oetker traditionell nicht. (APA/dpa)

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