Hypothese: Große Saurier hatten höhere Körpertemperatur

11. Juli 2006, 14:27
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Je größer, desto unabhängiger von der Umwelttemperatur

Washington - Das machte die großen Echsen im Erdmittelalter (Trias, Jura, Kreide) stark: Je größer die Saurier wurden, desto unabhängiger wurden sie offenbar von der Umwelttemperatur. Das ergibt sich aus Forschungsarbeiten von James Gillooly und seinen Co-Autoren von der Universität von Florida (Gainesville) in den USA, die jetzt in der "Public Library of Science" (PLoS/Biology) veröffentlicht wurde.

Der Expertenstreit geht seit Jahrzehnten: Manche Paläontologen glauben, dass die Saurier Kaltblütler (Ektothermie) waren. Doch andere meinen, dass die Riesenechsen ohne "warmes Blut" (Endothermie) nie zu einem solchen evolutionären Erfolg gekommen wären.

James Gillooly und seine Co-Autoren haben auf Grund der Auswertung von Funden von acht verschiedenen Dinosaurier-Arten nun eine Hypothese aufgestellt und mit Berechnungen unterlegt, die dafür spricht, dass die Saurier insgesamt über eine ganze Bandbreite in Sachen Körpertemperatur verfügten. Die Wissenschafter schätzten dabei die Körpertemperatur an Hand der Wachstumskurven von jugendlichen und Erwachsenen Sauriern ab.

47,8 Grad

"Dieses Modell sagt vorher, dass die Körpertemperatur der Dinosaurier insgesamt mit dem Anstieg ihres Körpergewichts wuchs - und die größeren Arten eine ähnliche Körpertemperatur wie die heutigen Vögel und Säugetiere aufwiesen. Die kleineren Dinosaurier waren in dieser Beziehung ähnlich wie die heutigen Reptilien", heißt es in der Wissenschaftszeitschrift. Das bedeutet, dass die Mini-Saurier - ganz genau so wie die Eidechsen - von der Temperatur in der Umwelt abhängig waren.

Eine der Berechnungen: Ein Saurier von rund 13 Kilogramm Körpergewicht wies demnach eine Körpertemperatur von nur 25 Grad Celsius auf, einer der Riesen-Saurier mit 14 Tonnen Körpergewicht hingegen war 41 Grad Celsius warm. Der bisher größte bekannte Dinosaurier (Sauroposeidon proteles) mit rund 60 Tonnen kam demnach gar auf 47,8 Grad Celsius. Die Wissenschafter überprüften ihre Hypothese an Krokodilen, die so wie die Kormorane eine von der Umwelt weitgehend unabhängige Körpertemperatur aufweisen. Auch bei ihnen ließ sich eine Korrelation zwischen Masse und Temperatur herstellen. (APA)

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