EU-Mobilfunkanbieter legen günstigste Roaming-Preise im Web offen

30. Juli 2006, 20:52
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Kommissionspräsident Barroso und Kommissarin Reding wollen am Dienstag Lösung finden

Die europäischen Mobilfunkanbieter beugen sich dem Druck aus Brüssel und legen die günstigsten Preise für Auslandstelefonate offen. Seit Montag können sich Handybesitzer im Internet einen Überblick über so genannte Roaming-Gebühren in den EU-Staaten verschaffen. Auf einer Webseite der GSM Association, die 700 europäische Mobilfunkanbieter vereint, können Verbraucher je nach Anbieter im Heimatland die für sie billigsten Angebote im Ferienland abrufen. Allerdings werden nur Angaben zu Anrufen ins Festnetz zu Spitzenzeiten gemacht. Wer mehr wissen will, wird auf die Internetseite des heimischen Anbieters verwiesen.

Pläne

Am Mittwoch will EU-Medienkommissarin Viviane Reding Pläne für eine Verordnung vorstellen, mit der die Roaming-Gebühren bei der Handy-Nutzung im Ausland deutlich eingeschränkt werden sollen. Die europäischen Handyunternehmen, darunter auch die deutschen Marktführer T-Mobile und Vodafone sind gegen eine solche Zwangsregelung.

Um die Initiative Redings zu verhindern, hatten viele europäische Anbieter in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben die Roaming-Preise gesenkt. Laut Angaben aus Kommissionskreisen waren im Juli aber 80 Prozent der Kosten unverändert. In sechs Prozent der Fälle mussten Kunden sogar Preissteigerungen hinnehmen.

Lösung

Bereits am Dienstag wollen EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und die federführende Medienkommissarin Viviane Reding im Streit um das Ausmaß der von der EU verordneten Preissenkung eine endgültige Lösung finden, sagte ein EU-Beamter am Montag in Brüssel. Die Kommission will die Mobilfunkanbieter zwingen, ihre Aufschläge für Handy-Gespräche im Ausland stark zu senken. Die Pläne sind eines der Vorzeige-Projekte der Barroso-Kommission: Sie sollen zum einen den Bürgern den Nutzen der EU vor Augen führen und zum anderen der Wirtschaft jährliche Kosten in Milliardenhöhe ersparen.(APA/AFP/Reuters)

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