Turnerbund bringt Grüne ins Schwitzen

12. Juli 2006, 15:00
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Die oberösterreichischen Grünen ringen intern - Der Streit über eingefrorene Landesgelder geht in die nächste Runde

Linz - "G'sund und frei, sei dabei"- so lädt der Österreichische Turnerbund (ÖTB) derzeit zu einem dreitätigen Bundesturnerfest nach Linz. Während die einen "frisch, fromm, fröhlich, frei"durch die Landeshauptstadt turnen, spitzt sich hinter den Kulissen der Streit um eine mögliche Wiederaufnahme von Subventionen für die oberösterreichische ÖTB-Landesgruppe weiter zu.

Im Juni 2005 wurden durch ein Nein der Grünen, man berief sich auf die belastete Vergangenheit des Turnerbundes, erstmals die ÖTB-Landesmittel in der Höhe von rund 60.000 Euro eingefroren. Was am grünen Tisch noch nach einheitlicher Linie aussah, entpuppte sich bald als handfester, innerparteilicher Streit. Die grüne Basis vermutet einen "Umfaller"ihrer Landesspitze und befürchtet eine Zustimmung zum ÖVP-Wunsch, Fördergelder fließen zu lassen. Mit dem Bundes-Turnerfest entflammte jetzt auch der Konflikt neu: "Die Basis wird einfach übergangen, trotz unserer Kritik hat sich die Landesspitze bis heute nicht bemüßigt gefühlt, mit uns zu reden", kritisiert die grüne Gemeinderätin Gülcan Gigl im Gespräch mit dem Standard.

Es sei "immer ein ausgemachtes Spiel zwischen Anschober und Pühringer gewesen, uns hat man nur an der Nase herumgeführt", ärgert sich die Grün-Politikerin. Für den Klubobmann der oberösterreichischen Grünen, Gunther Trübswasser, alles "Märchen und Lügen". Solange der ÖTB nicht bereit sei, sich von seiner "belasteten Vergangenheit klar zu trennen, wird es sicher keine Fördermittel geben", stellt Trübswasser klar. Seit Mai habe es auch keine Gespräche mehr gegeben, so der Klubobmann.

"Es gibt sehr wohl Gespräche, nur eben nicht mit den Grünen, sondern mit Landeshauptmann Pühringer", entgegnet ÖTB-Landesobmann Dieter Brandenburg. Auf die Forderungen der Grünen werde man "sicher nicht"eingehen. "Wir verkaufen doch nicht unsere Seele, nur weil manche ständig in der Vergangenheit graben müssen", so Brandenburg. In einer gemeinsamen Erklärung haben sich am Montag auch 23 antifaschistische Organisationen gegen jegliche Subventionierung des ÖTB ausgesprochen. (Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Printausgabe, 11.7.2006)

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