Gruselige Videoprojektionen und Biedermeier-Update

10. Juli 2006, 20:16
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Die Sommerausstellung des KunstRaum Dornbirn wird vom Berliner Künstler Simon Wachsmuth bestritten

Die Sommerausstellung des KunstRaum Dornbirn wird vom Berliner Künstler Simon Wachsmuth bestritten und trägt den Titel: "The things which I have seen I now can see no more". Das ist a) ein Zitat des englischen Naturphilosophen William Wordworth und b) ein Programm zur Reduktion von Wahrnehmungsstereotypen auf ihre grundsätzlichsten Formen.

Beispielsweise kann eine gruselige Videoprojektion "Regen" symbolisieren. Für die aktuelle Ausstellung variiert Wachsmuth den Topos "Natur", setzt ihn in Beziehung zu Kunst und Wissenschaft. Konkret stellt er das Gemälde "Künstler erkunden die Österreichischen Alpen" (1819) des Biedermeiermalers Heinrich Reinhold mit einem Video nach. Das Bild ist auf dem Ausstellungsplakat zu sehen, allerdings operierte Wachsmuth die Original-Wanderstäbe heraus und spielt damit auch auf den französischen Künstler und Sonderling André Cadere an, der ständig mit einer Messlatte herumlief. Seine Filme führt Simon Wachsmuth in einer Blackbox und einem White Cube vor, die in die ehemalige Fabrik gebaut wurden. Sie setzen den umgebenden Raum in Szene und sind auch Synonyme für den Kunstbetrieb der Jetztzeit. (mh/ DER STANDARD, Printausgabe, 11.7.2006)

KunstRaum Dornbirn
Jahngasse 9
6850 Dornbirn
05572) 550 44
Bis 13. 8.
Eröffnung 13. 7., 20.00
  • "Künstler erkunden die Österreich- 
ischen Alpen" (1819) von Heinrich Reinhold, leicht verfremdet durch Simon Wachsmuth.
    foto: kunstraum dornbirn

    "Künstler erkunden die Österreich- ischen Alpen" (1819) von Heinrich Reinhold, leicht verfremdet durch Simon Wachsmuth.

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