Gorbachs Mitarbeiter auf Jobsuche

10. Juli 2006, 19:02
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Dem Verkehrsminister ist es gelungen, ein relativ gut funktionierendes Versorgungssystem in ministeriumsnahen Unternehmen aufzuziehen

Verkehrsminister Hubert Gorbach wird nun doch nicht Spitzenkandidat der Orangen in Vorarlberg, das hat er am Montag ein für alle Mal festgestellt. Er habe nur "gewitzelt", als er jüngst in einem ORF-Interview seine politische Zukunft offen ließ. Es ist also höchste Zeit für seine Sekretäre und Referenten, sich nach einer neuen Aufgabe für die Zeit nach den Nationalratswahlen umzusehen.

Zum Glück für sie (und zum Nachteil jener, die nicht über die passende Einfärbung verfügen) kann man Gorbach nicht nachsagen, dass er sich um seine ehemaligen Handreicher nicht kümmern würde. Ihm ist es praktisch als einzigem BZÖ-Minister gelungen, ein relativ gut funktionierendes Versorgungssystem in ministeriumsnahen Unternehmen aufzuziehen.

Jüngstes Beispiel: Gorbachs Verkehrsreferent Hartnig Hufnagl. Ihm werden ausgezeichnete Chancen nachgesagt, zur Autobahnen-und-Schnellstraßen-Finanzierungsaktiengesellschaft (kurz Asfinag) zu wechseln, und zwar in den Bereich von Mathias Reichhold, ehemals blauer Verkehrsminister, seit Kurzem dritter Asfinag-Vorstand.

Dem Vernehmen nach könnte es noch zu weiteren Personaltransfers zwischen dem Büro Gorbach und jenem Reichholds kommen. Reichhold könnte einen Pressesprecher und bis zu zwei weitere Mitarbeiter brauchen - oder besser: brauchen müssen.

Die Asfinag ist damit ein Musterbeispiel für die Weiterentwicklung des schwarz-roten Proporzes zum schwarz-rot-orangen Triporz.

BZÖ-Günstlinge finden sich auf verschiedensten Positionen. Asfinag-Aufsichtsratspräsident ist etwa der Kärntner Rechtsanwalt Johann Quendler,wie Reichhold ebenfalls mit besten Kontakten zu Haider ausgestattet. Als Asfinag-Pressesprecher werkt Marc Zimmermann, einst Pressesprecher von FPÖ-Justizminister Dieter Böhmdorfer.

Kein Wunder, dass in anderen Ministerkabinetten mit Neid auf die Kollegen im Infrastrukturressort geblickt wird. Sozialministerin Ursula Haubner (BZÖ) etwa konnte in ihrer im letzten Jahr in aller Eile gegründeten "Familie-und-Beruf Management"-Gesellschaft bislang nur die ehemalige orange Gemeinderätin und derzeitige BZÖ-Vizechefin Heike Trammer unterbringen. (Barbara Tóth/DER STANDARD, Printausgabe, 11.7.2006)

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