Hartes Match um knappe Regalplätze

28. Juli 2006, 10:05
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Masterfoods Austria will mit Produktinnovationen die Billigkonkurrenz schlagen

Wien – Der Kampf um prominente und möglichst großzügig bemessenene Plätze im Kaufhausregal nimmt an Intensität zu. „Alles was billig ist läuft gut, alles was teuer ist ebenfalls. Das Segment dazwischen hingegen kommt immer stärker unter Druck“, sagte der Chef von Masterfoods Austria, Lars Wagener, dem STANDARD.

Diesen Umstand will der auf Schokoriegel, Fertigreis und Tiernahrung spezialisierte US-Konzern nutzen, um seine Position im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel weiter auszubauen. Eine Billigschiene sei nicht angedacht, die Ausweitung der Prämiumpalette sehr wohl. Wagener: „Wir werden auch Innovationen forcieren.“

Umsatz leicht erhöht

Mit Marken wie Mars, Whiskas und Uncle Ben’s hat Masterfoods 2005 den Österreich-Umsatz leicht von 388,2 Mio. auf rund 400 Mio. Euro erhöht. Heuer sei „Konsolidierung“ angesagt, der Umsatz werde bei „400 Mio. Euro plus x“ erwartet, sagte Wagener.

Richtig durchstarten will man wieder 2007, die Weichen dafür werden heuer gestellt. So sollen im laufenden Jahr in Summe gut sieben Mio. Euro in die Verbesserung von Produktionsabläufen an den beiden Standorten in Ostösterreich fließen. Im Werk Bruck/Leitha hat Masterfoods die Produktion von Feuchtfutter für den österreichsichen Markt und teils auch für den Export konzentriert. Bruck ist auch Kompetenzzentrum für Bio- und Diätfuttermittel. Etwa die Hälfte der 670 Mitarbeiter in Österreich sind in Bruck beschäftigt, die andere Hälfte im 20 km entfernten Breitenbrunn. Dort befindet sich auch das Waffelzentrum.

Zwei Drittel mit Heimtiernahrung

Etwa zwei Drittel des Umsatzes macht Masterfoods in Österreich mit Heimtiernahrung. Das Potenzial sei bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Nach Angaben von Wagener gibt es in Österreich knapp 640.000 Hunde und 1,6 Mio. Katzen. Derzeit werde aber nur rund die Hälfte der benötigten Tiernahrung industriell gefertigt. Vor allem am Land sei es üblich, Speisereste zu verfüttern.

Nicht nur mit Produktinnovationen und effizienteren Produktionsverfahren will Masterfoods seine Position in Österreich absichern. Auch durch schrittweises Zurückfahren bisher üblicher Überzahlungen will sich das Unternehmen stärken. 37 Mitarbeiter haben den Lohnkürzungen nicht zugestimmt. „Die frei gewordenen Arbeitsplätze sind schon nachbesetzt worden, sagte Wagener. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.7.2006)

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