Staatstrauer anlässlich 131 Toter

13. Juli 2006, 15:14
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Opferzahl des Flugzeugunglücks in Sibirien vom Sonntag ist am Montag weiter angestiegen

Moskau/Irkutsk - Die Opferzahl des Flugzeugunglücks in Sibirien vom Sonntag ist am Montag weiter angestiegen: Laut russischem Zivilschutz sind insgesamt 131 Menschen in den Trümmern des russischen Airbus A-310 ums Leben gekommen. Als Zeichen der Trauer nach dem Flugzeugunglück von Irkutsk waren am Montag in Russland die Flaggen auf Halbmast gesetzt, Unterhaltungsprogramme wurden abgesagt. Unterdessen ereignete sich auf der Halbinsel Krim ein weiterer Unfall mit einer russischen Maschine.

Von Piloten gefürchtet

Der Luftfahrtexperte Wladimir Birjukow erklärte am Montag, der Flughafen von Irkutsk sei unter Piloten gefürchtet, vor allem weil die Landebahn bei nassem Wetter sehr rutschig sei. Verkehrsminister Igor Lewitin erklärte in Irkutsk, die Behörden prüfen, ob die Landebahn verlängert werden könne. Geld für eine Erneuerung des Belags der Landebahn werde zur Verfügung gestellt. Wie Lewitin sagte, untersuchen die Behörden auch, ob die Gebäude, in die die Maschine gerast war, illegal gebaut worden waren. Der Passagierjet der Fluggesellschaft Sibir war am Sonntag bei schlechtem Wetter über die nasse Landebahn hinausgeschossen, in eine Reihe von Garagen geprallt und in Flammen aufgegangen.

Vier Verunglückte noch nicht geborgen

Die 131 Todesopfer wurden in einer Leichenhalle von Irkutsk untergebracht. Vier weitere Passagiere würden noch in den Trümmern vermisst, so Lewithin. 54 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt.

Unter den Toten befindet sich auch der örtliche Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB sowie die Tochter des in Russland populären Schriftstellers Valentin Rasputin. Zudem waren 16 Kinder an Bord des Airbus, die am nahe gelegenen Baikalsee Urlaub machen wollten. Lewitin versprach, die Regierung werde die Familien der Toten mit jeweils 100.000 Rubel (knapp 3.000 Euro) unterstützen.

Keine Klarheit über Ursache

Die Unglücksursache blieb weiter unklar. Russische und französische Spezialisten untersuchten am Montag die Trümmer des Airbus A-310. Die Staatsanwaltschaft in Irkutsk ging zunächst von drei möglichen Varianten aus - technische Fehler, Unwetter oder menschliches Versagen. Als Unglücksursache wurde unter anderem Bremsversagen vermutet, die Ermittlungen der russischen Behörden dauerten aber noch an.

Nach Angaben des Stuttgarter Innenministeriums vom Montag waren zwei Frauen und ein Mann aus Baden-Württemberg an Bord der Maschine aus Moskau. Eine Frau und ein Mann aus Deutschland hätten die Katastrophe überlebt. Das Schicksal der Ehefrau des Überlebenden aus Baden-Württemberg sei dagegen noch unklar. Wie das Außenministerium in Wien auf Anfrage mitteilte, befanden sich keine Österreicher unter den Opfern.

Weiterer Vorfall

Für Aufsehen sorgte zu Wochenbeginn ein weiterer Zwischenfall auf der Krim-Halbinsel: Dort legte am Montag eine Tu-134 eine Bruchlandung hin, wobei eines der Triebwerke Feuer fing. An Bord befand sich unter anderem der Kommandeur der russischen Marine, Admiral Wladimir Masorin. (APA/dpa/AP)

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