Berufungsantrag von Microsoft angenommen

14. Juni 2000, 20:19

Bezirksrichter Jackson Fehler vorgeworfen

Der Software-Riese Microsoft hat sich für den weiteren Rechtsstreit mit der US-Regierung eine günstige Ausgangsposition gesichert. Am Dienstag nahm das Appellationsgericht in Washington einen Berufungsantrag von Microsoft gegen die Zerschlagung des Unternehmens an. Anwälte der US-Regierung ihrerseits bemühten sich unterdessen um eine Beschleunigung des Verfahrens. Dazu beantragten sie, den Fall abschließend vom Obersten Gericht prüfen zu lassen.

Microsoft fordert in seinem Berufungsantrag die Aussetzung des Urteils von Bezirksrichter Thomas Penfield Jackson aus der vergangenen Woche. Das Appellationsgericht, das die Berufung annahm, hatte vor zwei Jahren schon einmal im Sinne von Microsoft entschieden und einen Urteilsspruch Jacksons aufgehoben. Der Bezirksrichter verfügte in der vergangenen Woche, Microsoft wegen Missbrauchs seiner Marktmacht in zwei Firmen aufzuteilen: ein Unternehmen für das Betriebssystem Windows, das seit 15 Jahren die Basis für den Erfolg von Microsoft bildet, und ein Unternehmen für Anwendungssoftware wie Microsoft Office und den Web-Browser Internet Explorer.

In dem am Dienstag zugelassenen Antrag beschuldigt das Softwareunternehmen Jackson zudem, eine Reihe schwerwiegender Fehler gemacht zu haben, die den gesamten Prozess und das Urteil betroffen hätten. Der Kartellrechtsexperte William Kovacic erklärte, die Richter des Appellationsgerichtes würden die Argumente von Microsoft mit Sympathie hören. "Es ist die beste Jury, auf die Microsoft hoffen konnte." (APA/AP)

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