"Alles ist hervorragend gelaufen"

17. Juli 2006, 15:28
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Notreparatur an Raumstation ISS gelungen - NASA hofft auf regulären Shuttle-Betrieb - Nächster Start für 28. August geplant

Houston - Nach einem zweiten Weltraumspaziergang der Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS kann die NASA zur Halbzeit der Discovery-Mission eine positive Bilanz ziehen: Wie die US-Raumfahrtbehörde am Montag mitteilte, erledigten die Astronauten Mike Fossum und Piers Sellers bei ihrem Ausflug ins All wichtige Reparaturarbeiten.

NASA hofft auf regulären Betrieb

"Alles auf dieser Mission ist hervorragend gelaufen", sagte NASA-Flugdirektor Phil Engelauf im texanischen Houston. Die NASA hofft, drei Jahre nach der Columbia-Katastrophe den aktuellen letzten Shuttle-Testflug erfolgreich beenden zu können und bald den regulären Betrieb der Raumfähren wiederaufzunehmen.

Bei ihrem zweiten Weltraumspaziergang tauschten die beiden US-Astronauten eine defekte Kabelrolle und das dazugehörige Kabel aus, über das die Raumstation mit Strom, Videobildern und anderen Daten versorgt wird. Außerdem installierten sie eine Ersatzpumpe für das Kühlsystem. Die Arbeiten seien hervorragend verlaufen, sagte Tomas Gonzales-Torres, der Hauptverantwortliche für Weltraumspaziergänge: "Nur ein paar Schrauben haben sich ein bisschen gewehrt."

Sieben Stunden im All

Bei seinem siebenstündigen Ausflug ins All hatte der 51-jährige Piers Sellers auch Zeit, den Ausblick auf den Pazifik 342 Kilometer unter ihm zu genießen. "Das ist so, als ob man in einem Imax-3D-Film wäre", beschrieb er seine Eindrücke.

Besonders die Reparatur der Kabelrolle galt laut NASA als kritisch für die nächsten Shuttle-Missionen, von denen die erste schon im August starten soll. Bei ihrem ersten Außeneinsatz am Wochenende hatten die Astronauten zudem einen 15 Meter langen Ausleger eines Roboterarms ausprobiert, mit dem Reparaturarbeiten an schwer zugänglichen Stellen der ISS ermöglicht werden sollen.

Dritter All-Ausflug am Mittwoch

Auch ein dritter Ausflug ins All, den Sellers und Fossum am Mittwoch unternehmen sollten, dient der Sicherheit zukünftiger Missionen. Dabei sollten die Astronauten eine neue Reparaturmethode testen und zeigen, dass der Hitzeschild auch während des Fluges repariert werden kann. Die Isolation des 47 Meter hohen Außentanks gilt als Schwachstelle der Shuttletechnik. Ein Loch im Hitzeschild hatte 2003 die Columbia-Katastrophe verursacht, bei der alle sieben Astronauten an Bord des Shuttles ums Lebens gekommen waren.

Beim Start der aktuellen Shuttle-Mission waren ebenfalls Teile des Isolierschaums abgebrochen. Nach genauen Untersuchungen hatten die NASA-Ingenieure jedoch keine gefährlichen Schäden am Hitzeschild festgestellt und grünes Licht für die Rückkehr der Discovery am 17. Juli gegeben.

Nächster Shuttle-Start für 28. August geplant

Am 28. August soll dann nach Angaben der Raumfahrtbehörde der Space Shuttle Atlantis zur nächsten Mission starten. 15 weitere Flüge sind bis 2010 vorgesehen, um die bisher erst zur Hälfte gebaute internationale Raumstation fertigzustellen. Die ISS ist nach Aussage von NASA-Administrator Michael Griffin wichtig für eine erneute US-Mondlandung und eine mögliche bemannte Mission zum Nachbarplaneten Mars. (APA)

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    Astronaut Piers Sellers bei Außenarbeiten an der ISS.

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    Im Rahmen der Reparatur-Arbeiten wurde auch eine Ersatz-Pumpe für das Kühlsystem der ISS installiert.

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