Dekan und Forschungsdekan der Gewi auf Grazer Uni zurück getreten

11. Juli 2006, 12:26
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Konsequenz aus verunglückten Reformbestrebungen - Rektorat übernimmt interimistisch Leitung der Geisteswissenschaftlichen Fakultät

Graz - Der Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät (Gewi) an der Grazer Universität, Univ.-Prof. Bernhard Hurch, sowie der Forschungsdekan Univ.-Prof. Michael Walter stellen ihre Funktionen zur Verfügung. Dies teilte die Grazer Karl-Franzens-Uni mit. Die Rücktritte sind die Konsequenz aus einigen Vorfällen der jüngsten Vergangenheit.

"Schmierzettel"

In einem "Reformpapier" wollte Hurch die 20 Gewi-Institute zu sechs Abteilungen zusammenfassen. Studierende und auch Lehrende waren mit den Konglomeraten nicht einverstanden, zudem soll die Präsentation auf einer Art "Schmierzettel" erfolgt sein. Mitte vergangener Woche hatten dann Studiosi ihrem Unmut mit einer Unterschriftenaktion Luft gemacht.

"Unüberwindbare Auffassungsunterschiede"

Nach einer offiziellen Reaktion der Universität hörte sich die Sache weniger dramatisch an als Beteiligte sie schilderten: "Nach intensiven Gesprächen sind das Rektorat, Dekan Bernhard Hurch sowie Forschungsdekan Michael Walter am Samstag zur Einigung gelangt, dass es zur Lösung der Probleme an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät sinnvoll erscheint, dass sowohl Dekan Bernhard Hurch als auch Forschungsdekan Michael Walter ihre Ämter mit sofortiger Wirkung zur Verfügung stellen. Das Rektorat akzeptiert diesen Schritt". Beide Dekane hätten "couragiert Schwachstellen der Fakultät analysiert und mit Entschlossenheit an einer Neuausrichtung der Geisteswissenschaften an unserer Universität gearbeitet", hieß es weiter, seien "dabei aber auf unüberwindbare Auffassungsunterschiede an der Fakultät gestoßen".

Nachfolger

Das Rektorat werde rasch für die Bestellung eines Nachfolgers sorgen und strebt bei der Neubestellung eine breite Basis an der Fakultät an, hieß es. Der Bestellungsmodus ist im Organisationsplan festgelegt. Das Rektorat habe vorübergehend die Leitung der Gewi-Fakultät übernommen und werde in den nächsten Tagen zur Unterstützung eine interimistische Leitung bestellen. Man danke Hurch und Walter für den Einsatz in den vergangenen Monaten und halte fest, dass "die wissenschaftlichen Leistungen der beiden Dekane hohe Wertschätzung verdienen".

"Balkaninstitut"

Auf Kritik vor allem seitens der Studierenden sei die Idee gestoßen, dass Slawistik, Klassische Philologie, Alte Geschichte und Archäologie zu einem "Balkaninstitut" vereint hätten werden sollen. (APA)

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