Wohin mit Brunos Leiche?

21. Juli 2006, 16:13
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Noch keine Entscheidung über Verbleib von totem Braunbär: Modalitäten für mögliche Rückführung nach Italien werden geprüft

München - Zwei Wochen nach dem Abschuss von Braunbär "Bruno" ist die Entscheidung über seine sterblichen Überreste noch nicht gefallen. Derzeit würden die Modalitäten für eine mögliche Rückführung nach Italien geprüft, sagte der Sprecher des bayerischen Umweltministeriums, Roland Eichhorn, am Montag.

Erst danach werde Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) entscheiden. "Er will es nicht auf die lange Bank schieben, aber es muss auch nicht hoppla hopp gehen." Schnappauf, der wegen des Abschusses heftiger Kritik ausgesetzt war, wird auf Antrag der Opposition am Donnerstag im Umweltausschuss zum "Fall Bruno" Stellung nehmen.

Italien verlangt nach sterblichen Resten

Italien hatte in der vergangene Woche offiziell die Rückgabe von "Brunos" sterblichen Resten verlangt. Da der Bär Teil eines Projekts zur Wiedereingliederung der Braunbären auf italienischem Staatsgebiet war, sei er Eigentum des italienischen Staates, hieß es in dem Schreiben aus Rom. Der Freistaat wollte hingegen den ersten frei lebenden Braunbären in Bayern seit 170 Jahren ausgestopft im Münchner Museum "Mensch und Natur" zeigen. Darüber hinaus möchte auch Ex-Skistar Markus Wasmeier den ausgestopften Bären für sein 25 Hektar großes Bauernhofmuseum in Schliersee haben.

Lehrobjekt

Bisher sei kein Auftrag an einen Präparator vergeben worden, sagte Eichhorn. "Es macht einen Unterschied, ob rein zu wissenschaftlichen Zwecken oder als Ausstellungsstück präpariert wird." Übrig sind neben dem Fell noch die Knochen und die in Chemikalien eingelegten Organe des zweijährigen Tieres. Das Knochenskelett wie auch die Organe wollte das Umweltministerium wissenschaftlichen Einrichtungen als Lehrobjekte überlassen. (APA/dpa)

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    Eine Art phlegmatisches Tauziehen um Brunos Überreste scheint in Gang gekommen zu sein.

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