Reaktionen - Schüssel: "Österreich verliert eine verdiente Persönlichkeit"

27. Juli 2006, 14:23
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Grasser und Bartenstein "tief betroffen" - Matznetter: "Österreich verliert einen der profundesten Volkswirtschafts- und Finanzexperten"

Wien - Nach Bekanntwerden des Ablebens des langjährigen Staatsschuldenausschuss-Vorsitzenden Helmut Frisch gab es am Montag zahlreiche betroffene Stellungnahmen.

Österreich verliere mit Helmut Frisch eine verdiente Persönlichkeit, erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. "Universitätsprofessor Helmut Frisch hat sich in seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Staatsschuldenausschusses große Anerkennung erworben", betonte Schüssel. Als "einer der wichtigsten Budget- und Finanzexperten der Republik" seien ihm die Konsolidierung des Staatshaushaltes und der Abbau der Staatsschulden wichtige Anliegen gewesen. Die Senkung der Staatsschuldenquote sei für ihn wesentlich gewesen, er habe diesen Weg der Bundesregierung stets unterstützt.

Helmut Frisch war für Schüssel "ein beseelter Wirtschaftsprofessor" an der Technischen Uni Wien, der "stets um die Sache bemüht war, zielorientiert im Denken, hochanalytisch und präzise".

Grasser: "Großartiger Ökonom und Mensch"

Finanzminister Karl-Heinz Grasser bedauerte ebenfalls in einer Aussendung das Ableben des Wirtschaftsexperten: "Mit Professor Frisch verliert Österreich einen großartigen Ökonomen und Menschen. Als kritischer Geist im Dienste der Sache hat er viele Generationen von Finanzministern beraten und sein plötzlicher Verlust macht mich tief betroffen. Ich möchte allen Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aussprechen."

Frisch, "der Hüter über stabilitätsorientierte Staatsfinanzen", sei als "positiver Mahner mit hoher Sachlichkeit und völliger Unabhängigkeit von jeglicher Parteipolitik" bekannt gewesen, so Grasser weiter. "Er galt als Vertreter einer angebotsorientierten Finanz- und Wirtschaftspolitik und sein Ziel war die Reduktion der Staatsschulden im Interesse aller Steuerzahler und zukünftiger Generationen."

"Der plötzliche Tod von Prof. Dr. Helmut Frisch mitten während einer Konferenz in Italien macht mich tief betroffen", erklärte auch Martin Bartenstein. Österreich habe "einen profilierten Finanzexperten verloren", so der Wirtschafts- und Arbeitsminister, der den Angehörigen seine Anteilnahme aussprach.

Matznetter: "Sachkundiger, kritischer Experte"

"Sehr betroffen habe ich die Nachricht vom plötzlichen Ableben des Präsidenten des Staatsschuldenausschusses Helmut Frisch zur Kenntnis nehmen müssen", erklärte am Montag auch SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter. Mit Professor Frisch habe Österreich "einen der profundesten Volkswirtschafts- und Finanzexperten verloren", so Matznetter im SPÖ-Pressedienst.

Frisch habe sich sowohl in einer wissenschaftlichen Arbeit wie auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Staatsschuldenausschusses als äußerst sachkundiger, aber auch, wo es angebracht war, sehr kritischer Experte hervorgetan. "Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen, Freunden und Kollegen von Helmut Frisch", schloss Matznetter.

Van der Bellen: "Fachkundiger Ökonom"

"Namens der Grünen möchte ich den Angehörigen von Helmut Frisch mein tiefes Mitgefühl ausdrücken", zeigt sich auch Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen am Montag betroffen über das Ableben des Staatsschuldenausschuss-Präsidenten. "Helmut Frisch war ein fachkundiger Ökonom und anerkannter Experte in Budget- und Finanzfragen", so Van der Bellen.

Nationalbank: "Schwerer Verlust"

Tiefe Trauer herrscht auch in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), bei der ja der Staatsschudenausschuss angesiedelt ist. "Der plötzliche Tod von Professor Helmut Frisch bedeutet für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftswissenschaft in Österreich einen schweren Verlust", betont die OeNB in der Todesnachricht.

Frisch sei einer der profiliertesten Ökonomen Österreichs gewesen. Seine zahlreichen Publikationen zur Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik trugen ihm große internationale Anerkennung und Bekanntheit weit über die Grenzen des Landes hinaus ein. "Bundeskanzler und Minister aller Regierungen haben seinen Rat gesucht", berichtete die Nationalbank. "Seine Stimme hatte in der Öffentlichkeit großes Gewicht". Von 1993 bis 2003 war Frisch auch Generalrat der OeNB gewesen.

Die von Frisch immer angestrebte Synthese von Theorie und Praxis der Ökonomie haben ihn dazu befähigt, höchste Funktionen in wirtschaftspolitischen Beratungs- und Entscheidungsinstitutionen auszuüben, heißt es in der Erklärung der Notenbank. Frisch war seit 1978 Präsident des Staatsschuldenausschusses, zuerst in seiner Funktion als Präsident des Verwaltungsrates der Österreichischen Postsparkasse, seit 1997 in dem mit erweitertem Tätigkeitsbereich ausgestatteten, bei der Oesterreichischen Nationalbank angesiedelten Ausschuss. In dieser Funktion verfolgte Frisch "mit Beharrlichkeit und Konsequenz" die Ziele der gesamtstaatlichen Haushaltskonsolidierung sowie einer Begrenzung der Staatsschuld. (APA/red)

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