EU geht gegen Mini-Motorräder vor

12. Juli 2006, 09:32
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EU-Kommission will Pocketbikes nach mehreren Unfällen mit Todesfolgen aus dem Verkehr bringen - Mitgliedstaaten sollen handeln

Brüssel - Die EU will gegen Mini-Motorräder vorgehen. Die Kommission hat am Montag die EU-Staaten aufgefordert, so rasch wie möglich Maßnahmen zu ergreifen. Die großteils illegal aus China importierten Mini-Motorräder entsprächen keinen Sicherheitsnormen, seien höchst gefährlich und für den Einsatz im Straßenverkehr verboten. Die Regierungen müssten "alles Nötige zu unternehmen, um die Sicherheit der Verbraucher zu schützen", so die Kommission in ihrer Mitteilung.

Bei den Mini-Motorrädern handelt es sich um mit einem kleinen Motor ausgerüstete Nachbildungen richtiger Motorräder. Nach Meinung der EU-Kommission haben die Mini-Motorräder "gravierende Auslegungs- und Konstruktionsmängel" und sind deshalb äußert schwer manövrierbar. In den vergangenen Monaten hatten Unfälle mit derartigen Gefährten in Europa bereits mehrere Totdesopfer gefordert. Allein in Großbritannien sind im vergangenen Jahr fünf Menschen auf den kleinen Flitzern umgekommen, so die EU-Behörde.

"Dies sind keine Spielzeuge, aber sie üben auf Kinder Anziehungskraft aus", sagte ein Sprecher der Kommission. EU-Industriekommissar Günter Verheugen erklärte in einer Aussendung, die zunehmende Zahl von Unfällen erfülle die Brüsseler Behörde "mit Sorge". Die Mitgliedstaaten sollen nun unter anderem Leitlinien für die Behörden von Zoll, Verbraucherschutz und Straßenverkehrssicherheit herausgeben, die Öffentlichkeit informieren, stichprobenartig Mini-Motorräder überprüfen und unsichere Produkte vom Markt nehmen.

Ende Dezember will die Kommission auf Grundlage der nationalen Ermittlungsbehörden Vorschläge zum weiteren Vorgehen machen. (APA)

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