US-Musikverlage wollen Internet-Site Napster zum Schweigen bringen

14. Juni 2000, 14:37

MP3-Angebot "fügt Industrie irreparablen Schaden zu"

US-Musikverlage wollen das Internet-Angebot Napster zum Schweigen bringen, das Millionen Menschen den Austausch von Musikstücken über das weltweite Datennetz erleichtert. Der Verband der amerikanischen Musikindustrie und der nationale Verband der US-Musikverlage (NMPA) reichten nach Angaben vom Dienstag einen entsprechenden Antrag bei einem Gericht in San Francisco (Kalifornien) ein. "Napster fügt den Klägern und der gesamten Musikindustrie irreparablen Schaden zu", erklärten die Verbände in einem gemeinsamen Mitteilung.

Napster war im Sommer 1999 an den Start gegangen. Das Unternehmen stellt Internet-Nutzern ein Programm zur Verfügung, das ein problemloses Auffinden und Kopieren von Musikstücken im Komprimierungsstandard MP3 erlaubt. "Napster lehrt eine Generation von Musik-Konsumenten, dass Autoren es nicht verdienen, für ihre Arbeit bezahlt zu werden", erklärten die US-Verbände zu ihrem Vorstoß.

Die Website sei nicht nur eine Bedrohung für den Verkauf in Plattenläden, sondern bringe auch den noch jungen kommerziellen Vertrieb von Musikstücken über das Internet in Gefahr. Napster vertritt den Standpunkt, lediglich eine Kommunikationsplattform für musikinteressierte Internet-Nutzer zur Verfügung zu stellen. Für die dort vermittelten Inhalte sei das Unternehmen nicht verantwortlich. (APA)

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