Lindner für Diskussion "mit Augenmaß"

30. Juli 2006, 19:22
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Gastkommentar in der "Krone": "Wieso entscheiden plötzlich selbsternannte Richter und Retter, was uns zu gefallen hat?"

ORF-Generaldirektorin Monika Lindner hat sich am Wochenende öffentlich zur schwelenden ORF-Debatte zu Wort gemeldet - in einem Gastkommentar in der "Kronen Zeitung". "Wem gehört eigentlich der ORF?" lautete der Titel des Beitrags in der Sonntagsausgabe der "Krone". Lindners Antwort: "Der ORF gehört allen." In der Diskussion um den Öffentlich-Rechtliche forderte sie "Augenmaß" ein.

Viele der Kritiker würden so tun, als ob ihnen der ORF "allein gehörte und der ORF gefälligst das tun solle, was eben die jeweilige Gruppe für gut hält", schrieb Lindner. "Wohlgemerkt, für die jeweilige Gruppe - und was, fragt sich die Mehrheit des ORF-Publikums, 'was ist mit uns?' Wieso entscheiden plötzlich selbsternannte Richter und Retter, was uns zu gefallen hat?" Die Österreicher "entscheiden doch ohnehin Tag für Tag, ob wir mit dem Programm zufrieden sind oder nicht". Und "alles in allem sind wir immer noch stolz auf unseren ORF", ist sich Lindner sicher.

"Angebliche Vertreter des Bildungsbürgertums"

Unter den Kritikern ortet sie "angebliche Vertreter des Bildungsbürgertums", Politiker, die "ihrer Ansicht nach mangelnde Pluralität und Ausgewogenheit" monierten, und ORF-Pensionisten, die sich aus "einem sicheren Biotop" zu Wort meldeten. Doch das Publikum habe ein "Anrecht" auf Programm, das gefällt, so die Generaldirektorin: "selbsterständlich mit viel Information, Kultur und Bildungsangeboten, aber auch attraktiver Ware für jene, die sich vor dem Bildschirm einfach nur unterhalten wollen." Seinen "breit gefassten Auftrag" wiederum könne der ORF nur mit Hilfe der Werbeeinnahmen finanzieren.

Lindner bezeichnete es abschließend als "selbstverständlich", dass der ORF "bei allen zur Diskussion stehen kann".: "Dies sollte jedoch mit Augenmaß geschehen, ohne die große Mehrheit des Publikums, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hin zu Einzelpersonen zu diskriminieren." (APA)

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