Dexia bietet nicht mehr für CEC

27. Juli 2006, 15:25
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Im Rennen um die rumänische Großsparkasse CEC bedeutet dies für Raiffeisen International einen gewichtigen Konkurrenten weniger

Wien/Bukarest - Herbert Stepic, Chef der börsenotierten Raiffeisen International (RI), hat im Rennen um die rumänische Großsparkasse CEC (Casa de Economii si Consemnatiuni) nun offenbar einen gewichtigen Konkurrenten weniger. Nach einem Bericht der rumänischen Tageszeitung "Ziarul Financiar" von heute, Montag, hat die französisch-belgische Dexia-Gruppe ihre Pläne für ein Offert für die CEC begraben.

Wie die rumänische Zeitung unter Berufung auf Bankkreise berichtet, sind die Belgier wegen der laufenden Verzögerungen des im vorigen Herbst begonnen Privatisierungsfahrplans und auch wegen der jüngsten Modifikationen in Verkaufsprozess frustriert. Erst im April hatte die Regierung in Bukarest entschieden, nur bis zu 69,9 Prozent der CEC-Aktien zu verkaufen, ursprünglich war die Abgabe von bis zu 85 Prozent der Anteile geplant gewesen.

Die CEC hatte Ende des ersten Quartals eine Bilanzsumme von rund 1,7 Mrd. Euro. Zuletzt betrieb die Sparkasse in dem Land 1.400 Filialen, in denen rund 4 Millionen Kunden betreut werden.

Bis 17. Juli verbindliches Angebot

Nach letzten Informationen haben die Interessenten bis 17. Juli ein verbindliches Angebot abzugeben. Auch diese Fristsetzung war neuerlich eine kleine Verschiebung gewesen, bis Anfang Juni jedenfalls war noch von einem Termin bis Ende Juni die Rede gewesen.

Raiffeisen International werden, ebenso wie der ungarischen OTP, gute Chancen für die CEC eingeräumt. Als Kaufinteressenten gelten ferner Griechen (National Bank of Greece, EFC) und Italiener (Banca Monte dei Paschi di Siena). Die im Vorjahr ebenfalls interessierte Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen hatte nach dem Zuschlag für die Großbank BCR ihr ursprüngliches Angebot für die CEC schon früher zurück gezogen.

Die CEC ist die älteste Bank in Rumänien. Mit der jetzigen Privatisierung unternimmt der rumänische Staat einen zweiten Anlauf zum Verkauf der Bank. Anfang 2006 waren die Interessenten für die CEC, so auch Raiffeisen aus Österreich, erst einmal abgeblitzt. Der rumänische Staat wollte mehr Geld für sein Sparkassen-Institut und stoppte überraschend den Privatisierungsprozess. Im Frühjahr dann die Entscheidung, den Verkauf doch noch heuer über die Bühne bringen zu wollen. (APA)

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