Deutsche Truppenverlegung in den Kongo beginnt in großem Umfang

21. Juli 2006, 11:41
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Soldaten des Hauptkontigents unterwegs nach Gabun

Berlin - Die Deutsche Bundeswehr hat am Montag mit der Verlegung des Hauptkontingents für den EU-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo begonnen. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte, flogen rund 60 Soldaten von Köln-Wahn aus nach Libreville in Gabun. Im Zweitagesrhythmus sollten weitere Kontingente abfliegen. Bisher sind in Libreville bereits 125 Soldaten stationiert, in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa 75.

Die Bundeswehr rechnet damit, bis Anfang kommender Woche die meisten der 780 deutschen Soldaten vor Ort zu haben. Von den rund 2.000 europäischen Soldaten, die die ersten freien Wahlen im Kongo seit mehr als 40 Jahren absichern sollen, stellen Frankreich und Deutschland die größten Kontingente. Ein großer Teil hält sich zur Unterstützung in Krisensituationen im Nachbarland Gabun bereit.

Komprimierte Ausbildung

Ob die Bundeswehr wie ursprünglich geplant am 18. Juli die volle Einsatzfähigkeit ausrufen kann, war am Montag noch unklar. Eine Sprecherin sagte, sie werde "rechtzeitig vor dem Wahltermin" am 30. Juli erreicht.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), sagte im Nachrichtensender n-tv: "Es musste alles sehr schnell gehen zwischen dem Bundestagsbeschluss (am 1. Juni) und dem Tag der Verlegung." Insofern sei die spezielle Ausbildung für den Kongo sehr komprimiert gewesen, darunter auch die psychologische Vorbereitung. Die Praxis müsse nun zeigen, ob gerade die psychologische Vorbereitung ausreichend gewesen sei.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan wollte am Montag das EU-Hauptquartier für die Operation in Potsdam besuchen. Die Kongo-Mission unter Leitung des deutschen Generals Karl-Heinz Viereck findet im Auftrag der Vereinten Nationen statt. (APA/AP)

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