Deutscher Versandhandel beklagt sinkende Umsätze - Hoffnung Internet

20. Juli 2006, 09:14
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Im Vorjahr leichter Erlösrückgang auf 20 Mrd. Euro wegen - Weniger Umsatz im traditionellen Kataloggeschäft - Jeder dritte Euro online umgesetzt - Vorzieheffekte durch MWSt-Erhöhung

Trotz des Internet-Booms brechen dem deutschen Versandhandel die Umsätze weiter weg. Wegen gesunkener Erlöse im traditionellen Kataloggeschäft verbuchte die Branche im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent auf 20 Mrd. Euro, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels am Montag in Frankfurt mitteilte. 2004 waren die Umsätze bereits um 3,4 Prozent zurückgegangen.

Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Internet. Rund zehn Jahre, nachdem die kommerzielle Nutzung des Internets begonnen hat, wird etwa jeder dritte Euro online umgesetzt. "Unser größter Wachstumsmotor ist der Onlinehandel", sagte Verbandspräsident Rolf Schäfer. Die reinen Internet-Händler legten nach Angaben von Schäfer im vergangenen Jahr um 19,8 Prozent zu.

Eine bedeutende Rolle spielten auch die kommerziellen Nutzer der Aktionsplattform eBay, die so genannten Power-Seller. Sie setzen in Deutschland 2005 zwei Mrd. Euro um. Zulegen konnten auch die Teleshopping-Angebote mit einem Plus von 15,5 Prozent. Hingegen verloren Universalversender neun Prozent und Spezialversender 1,1 Prozent Umsatz. Schäfer rät den Unternehmen deshalb zur Verbindung von Katalog und Internet-Auftritt. "Wir gewinnen durch E-Commerce neue Kunden", sagte er.

Die am 1. Jänner 2007 anstehende Mehrwertsteuer-Erhöhung führt offenbar zu Vorzieh-Effekten im Handel. "Die Ausgabefreudigkeit der vergangenen Monate wird nicht anhalten, zumindest bei langlebigen Konsumgütern", sagte Schäfer. Er rechnet damit, dass die Versandhändler die höhere Steuer nur zum Teil weitergegeben können, da Kataloge Laufzeiten über den 1. Jänner hinaus haben.(APA/Reuters)

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