Touristenklasse für Ungarns Beamte

16. Oktober 2006, 11:13
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Kabinett will sparen: Keine Abfertigung für scheidende Minister, zentraler Regierungs-Fuhrpark ab 2007

Budapest - Die Sparpläne der neuen ungarischen sozialliberalen Regierung machen auch vor den eigenen Reihen nicht Halt: So wird etwa mit der bisherigen Praxis gebrochen, nach der aus dem Amt scheidende Minister und Staatssekretäre eine Abfindung in Höhe von sechs Monatsgehältern erhielten.

Auch die höheren Staatsdienern zustehenden Zuschüsse werden eingeschränkt, erklärte Premier Ferenc Gyurcsany in der Tageszeitung "Nepszava" (Montagausgabe). Dabei sollen die Spesen bei Auslandsreisen verringert werden. Hohe Beamte werden in Zukunft bei Auslandsflügen nur noch in der Touristenklasse reisen. Keine Spesen gebe es für staatliche oder politische Führungskräfte, wenn die ausländischen Gastgeber für Unterkunft und Verpflegung aufkommen. Dabei sollen sich Tagesdiäten je nach Ländern zwischen 40 und 100 Euro bewegen.

Auch die Nutzung von Staatskarossen wird stark eingeschränkt. Die persönliche Nutzung dieser Wagen steht nur noch staatlichen Führungskräften, etwa Ministern und Staatssekretären zu. Ab 2007 will Die Regierung einen zentralen Wagenpark einrichten, aus dem die einzelnen Ministerien ihren Bedarf an Fahrzeugen decken können. Doch auch die Möglichkeit der Kooperation der Regierung mit einer preisgünstigen Taxi-Gesellschaft hinsichtlich Beförderungsaufgaben von Staatsdienern sei nicht ausgeschlossen, berichtet das Blatt. (APA/red)

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    Ungarns Staatsdiener werden sich in Zukunft noch mehr unters Volk mischen.

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