Passant bei israelischem Luftangriff getötet

10. Juli 2006, 13:30
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Menschenrechtsföderation fordert UNO-Pufferzone im Gaza-Streifen

Gaza/Paris - Die Zahl der Opfer, die die derzeitige israelische Militäroffensive im Gaza-Streifen unter der palästinensischen Zivilbevölkerung fordert, ist am Sonntag weiter gestiegen. Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Auto mutmaßlicher Extremisten im Dorf Shuka im südlichen Gaza-Streifen wurde palästinensischen Angaben zufolge ein Passant getötet, vier weitere Zivilisten seien verletzt worden. Die beiden Extremisten konnten Augenzeugenberichten zufolge vor Einschlagen des Geschosses flüchten.

Bei der umstrittenen israelischen Militäraktion, die der Befreiung eines verschleppten Soldaten und dem Ende von Raketenangriffen auf israelisches Territorium dienen soll, sind nach palästinensischen Angeben mehr als 50 Palästinenser getötet worden. Bei den Toten handelt es sich in der Mehrzahl um Mitglieder radikaler Organisationen. Die Entführer des Soldaten Gilad Shalit (19) fordern die Freilassung von 1.500 palästinensischen Häftlingen, was Israel kategorisch ablehnt. Bei den palästinensischen Raketenangriffen hat es

Puffer-Truppe

Die internationale Menschenrechtsföderation (FIDH) forderte am Sonntag den Weltsicherheitsrat auf, angesichts der israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen eine internationale Puffer-Truppe dorthin zu entsenden. Die "humanitäre Krise" der Palästinenser habe sich verschärft, der Sicherheitsrat sei verpflichtet, im Interesse der Palästinenser einzugreifen. So heißt es in einem am Sonntag in Paris veröffentlichten offenen Brief des Dachverbandes von Menschenrechtsorganisationen an die Mitglieder des Rates und an UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Die französische Ratspräsidentschaft müsse eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Israel begehe im Gazastreifen Kriegsverbrechen, wenn nicht Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Eine Umfrage unter fast 1.200 Palästinensern im Gaza-Streifen und Westjordanland ergab nach israelischen Angaben, dass eine große Mehrheit die Verschleppung des Soldaten gut heißt. 77 Prozent billigten sie, und 67 Prozent sprachen sich angesichts der gegenwärtigen Krise für weitere Entführungen aus, wie die Erhebung des Jerusalemer Zentrums für Medien und Kommunikation ergab. Demnach vertraten 69 Prozent der Befragten die Ansicht, der Soldat solle nur im Gegenzug zu Häftlingsentlassungen auf freien Fuß gesetzt werden. Nur 17 Prozent plädierten für eine bedingungslose Freilassung, um die Militäroffensive im Gaza-Streifen abzuwenden. (APA/Reuters/dpa/AP)

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