Aktien und Kunst - eine Parallelwelt

31. Juli 2006, 13:32
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Kunstsammeln ähnelt stark dem Kauf von Aktien - Kunst-Investoren brauchen einen langen Atem und müssen bereit sein, Geld längerfristig anzulegen

Wien - Kunstsammeln ähnelt stark dem Kauf von Aktien. Denn "kauft man teure und begehrte Stücke, ist möglicherweise nur noch ein kleiner Wertzuwachs zu erwarten. Setzt man auf junge Kunst, kann der Wert schnell steigen - oder unter den Kaufpreis fallen", erklärt Andrea Jungmann, Chefin von Sotheby's Austria, im STANDARD-Gespräch die Parallelen von Aktien- und Kunstinvestments.

Bummeln vor dem Einstieg

Geht es um den Einstieg in den Kunstmarkt, stehe jedoch oft die Frage "Was soll ich kaufen, damit es sich auch rentiert?" im Mittelpunkt. In solche Fällen rät Jungmann zu einem Bummel durch die wichtigsten Galerien. So kann herausgefunden werden, welche Stücke am Kunstmarkt angeboten werden und welche Art von Bildern, Skulpturen oder anderen Kunstwerken den persönlichen Geschmack treffen. Schließlich sollen die Stücke mit Potenzial auf Wertzuwachs schon auch gefallen. Jedenfalls seien Kunstgegenstände "Luxusgüter"und eine "alternative Anlageform". Wertvolles gebe es bereits ab rund 3000 Euro. Allerdings brauchen Kunstinvestoren einen langen Atem, müssen bereit sein, ihr Geld längerfristig anzulegen: nicht immer ist ein Gewinn bringender schneller Verkauf möglich.

Zurückhaltung bei den Banken

135 Mio. Dollar für ein Bild, wie sie für Gustav Klimts "Adele Bloch-Bauer"investiert wurden, wären in Österreich unmöglich. Jungmann: "Österreichische Sammler nehmen so viel Geld nicht in die Hand." Zumal Banken bei Krediten für private Kunstinvestments sehr zurückhaltend agieren. Die Einstellung zu Kunst sei in Österreich anders als etwa in den USA. "Dort schenken viele Sammler ihre Werke Museen und stellen sie öffentlich aus, in Österreich wird Kunst privat und zurückhaltend gesammelt", weiß die Auktionshaus-Chefin. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.7.2006)

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    Setzt man auf junge Kunst, kann der Wert schnell steigen - oder unter den Kaufpreis fallen.

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