Territorialdisput zwischen China und Japan

28. Juli 2006, 15:06
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Differenzen bei Erdgasvorkommen - Konflikt um Nutzungsrechte maritimer Bodenschätze

Peking - Auch die sechste Runde der Gespräche zwischen Japan und China zur Beilegung des seit Jahren schwelenden Territorialdisputs im Ostchinesischen Meer hat keine Annäherung gebracht. "Es gibt weiterhin große Differenzen", erklärte das Außenministerium in Peking am Sonntag nach den zweitägigen Gesprächen. Die Regierung in Tokio befürchtet, China könnte seinen steigenden Energieverbrauch auch durch Zugriff auf Erdgasvorkommen decken, auf die Japan einen Exklusivanspruch erhebt. Im Mai hatte Japan erklärt, es werde geprüft, ob die Reserven gemeinsam genutzt werden könnten.

Japan hatte scharfen Protest gegen eine Entscheidung Pekings eingelegt, allen ausländischen Schiffen vorläufig die Durchfahrt durch eine umstrittene Zone zu untersagen. Tokio sehe darin eine Verletzung seiner Souveränität sowie einen Bruch der internationalen Schifffahrtsabkommen. Das umstrittene Gebiet rund 450 Kilometer westlich von Okinawa ist reich an Erdgasvorkommen. Im Sommer 2003 hatte die Volksrepublik mit Bohrungen begonnen. Tokio verdächtigt Peking, die Bohrungen auf die japanische Wirtschaftszone auszuweiten. Bei den Erschließungsarbeiten, die bis zum 30. September geplant sind, werden laut japanischen Medienberichten Pipelines und Kabel verlegt.

Beträchtlcihes Konfliktpotential

Der Konflikt um die Abgrenzung der Territorialgewässer und die Nutzungsrechte der maritimen Bodenschätze hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft. Das Konfliktpotential ist angesichts der wirtschaftlichen Aspekte beträchtlich.

Die Volksrepublik China hat beschlossen, ihre Seegrenzen auszudehnen; mit Japan gibt es die Kontroverse um die Inselgruppe Senkaku. Peking beansprucht auch Inselgruppen wie die Spratlys oder die Paracel-Inseln, die teilweise bis zu 2000 Kilometer von der chinesischen Südküste entfernt sind. Mit der Errichtung militärischer Stützpunkte verstieß Peking gegen die Prinzipiendeklaration von Manila aus dem Jahr 1992 über die friedliche Streitbeilegung im Südchinesischen Meer. (APA/Reuters)

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