Die Letzten der "Goldenen Generation" treten ab

9. Juli 2006, 14:35
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Figo und Pauleta werden nie mehr für Portugals Team spielen, ein Titel blieb ihnen versagt: "Das Ende einer Ära"

Stuttgart - Mit dem vierten Platz haben sich mit Luis Figo und Pauleta die zwei letzten Vertreter aus Portugals "Goldener Generation" aus dem Nationalteam verabschiedet. "Es ist hart für mich, meine Karriere so zu beenden. Ich habe getan, was ich konnte", meinte der 33-jährige Figo am Samstagabend nach der 1:3-Niederlage gegen Deutschland im Spiel um Platz drei. "Das war mein letztes Länderspiel. Ich höre zu einem Zeitpunkt auf, an dem der portugiesische Fußball auf einem Höhepunkt ist."

Der "Weltfußballer des Jahres 2001", auch Rekord-Teamspieler seines Landes, will sich nach 127 Länderspielen (32 Tore) in 15 Jahren nun auf seinen Verein Inter Mailand, seine schwedische Frau Helen und seine drei Töchter konzentrieren. Sein Vertrag in Italien läuft noch ein Jahr. Ob danach Schluss ist, weiß nur der Flügelspieler selbst.

Der große Titel mit der Seleccao blieb Figo, der seine Glanzzeiten bei FC Barcelona und Real Madrid feierte, verwehrt. Nach dem Sieg bei der U20-WM 1991 (mit Fernando Couto, Joao Pinto, Rui Costa, Vitor Baia) schrammten die technisch perfekten Portugiesen bei Großereignissen immer an den Erfolgen vorbei - zuletzt im EM-Finale 2004, als sich die Iberer Griechenland vor eigenem Publikum 0:1 geschlagen geben mussten.

Auch für Pauleta, Figos Stellvertreter als Kapitän, bedeutete der Schlusspfiff in Stuttgart das Ende der Team-Karriere. "Der Moment ist gekommen. Alles hat ein Anfang und ein Ende. Jetzt ist das Ende erreicht. Ich gehe mit der Erkenntnis, alles für dieses Trikot gegeben zu haben", sagte der gleichaltrige Weggefährte Figos und schluckte: "Heute ist der traurigste Tag meines Lebens."

Der Rekordtorschütze (47 Tore in 88 Spielen) erzielte in Deutschland nur ein Tor - im Eröffnungsspiel gegen Angola (1:0). Auch seine Länderspiel-Karriere war überschattet durch ein beharrliches Scheitern bei Großereignissen. In der französischen Liga eine Torefabrik am laufenden Band (bei Bordeaux Torschützenkönig 2002) blieb der Paris SG-Stürmer gegen die Großen zumeist ungefährlich.

"Der Abschied von Figo und Pauleta bedeutet das Ende einer Ära. Wir müssen ihre Entscheidung respektieren und sie von Herzen zu ihrer wunderbaren Karriere beglückwünschen", meinte Stürmer Nuno Gomes. Weiterhin bauen können die Portugiesen auf ihre Mittelfeld-Asse wie Deco vom FC Barcelona oder Maniche vom Chelsea FC. "Ich hoffe, dass wir nicht weitere 40 Jahre warten müssen, um die Auswahl unter den besten Vier zu sehen", war Figo jedenfalls optimistisch. (APA/AFP/dpa)

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