Springer will Nachrichten ins Netz verlagern

16. Juli 2006, 14:44
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Döpfner: "Im Vergleich zu Google sind wir ein Kioskbetrieb" - Spätestens ab 2007 gilt "Online zuerst"

Der Axel Springer Verlag will seine Aktivitäten im Internet ausbauen. Sämtliche Nachrichten sollen, sobald sie hereinkommen, im www publiziert werden, selbst Exklusivgeschichten. Ausführliche Berichte sollen am nächsten Tag in der Zeitung nachgelesen werden, das kündigt Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner in der kommenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins Focus an.

Altmodisch

Ende des Jahres soll ein neuer Newsroom der Zeitungen "Welt" und "Berliner Morgenpost" fertig gestellt werden, von da an werde die Regel "Online zuerst" gelten. "Alles Andere ist altes Denken und geht am Kunden vorbei", sagt Döpfner. Mit den internationalen Internet-Riesen wie Google will sich Springer nicht messen. "Im Vergleich dazu sind wir ein Kioskbetrieb", gibt sich der Konzernmanager bescheiden. Döpfner fordert, dass auch Eltern und Schulen auf den Umbruch am Medienmarkt, auch im Hinblick auf Weblogs, reagieren. Der Erwerb von Medienkompetenz sei zwingend für jede Erziehung, sagt Döpfner.

Ausbau

Neben dem Internet plant Springer auch am Print-Sektor zu expandieren. Nachdem schon im Polen ein Ableger des Springer-Boulevardblatts "Bild" namens "Fakt" am Markt ist, wird auch in Frankreich darüber spekuliert. Springer dementiert zwar, dass schon eine Entscheidung getroffen wurde. Wie die Zeitung "Le Parisien" berichtet, soll Springer den Chefredakteur der Pariser Gratis-Zeitung "Metro" für die Leitung einer Zeitung Marke "Bild" abgeworben haben. Am französischen Tageszeitungsmarkt gebe es noch Platz für ein Boulevardblatt, so Döpfner vor wenigen Monaten. Der Konzern will bis Ende dieses Jahres bekannt geben, ob und wo eine neue Zeitung gelauncht wird. (pte)

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