Bischof Küng gegen EU-Förderung von Embryonalforschung

10. Juli 2006, 13:55
14 Postings

Appell an Ministerrat, Entscheidung nicht umzusetzen

St. Pölten - Bischof Klaus Küng, in der österreichischen Bischofskonferenz für bioethische Fragen zuständig, zeigt sich bestürzt über den Beschluss des EU-Parlaments, mit Fördergeldern die Forschung mit menschlichen Embryonen und humanen embryonalen Stammzellen zu unterstützen. Gemeinsam mit der Konferenz der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft appelliere er an den Ministerrat und die Europäische Kommission, diese Entscheidung des Europäischen Parlaments nicht in die Tat umzusetzen, so Küng in einer Aussendung am Samstag.

"Jedes menschliche Leben beginnt mit der Empfängnis, bedarf besonderen Schutzes und darf niemals zu Labormaterial instrumentalisiert forderte Küng. "Solche Experimente widersprechen der Würde des Menschen, und deshalb hat die EU die moralische Verpflichtung, sich der Förderung solcher Forschung, die in mehreren Mitgliedstaaten sogar verboten ist, zu enthalten."

"Moralisch bedenklich"

Obwohl er als ausgebildeter Mediziner wissenschaftliche Forschung gutheiße, gab der St. Pöltner Diözesanbischof zu bedenken, dass Experimente, die zur Zerstörung menschlicher Embryonen führen, moralisch bedenklich und nicht der Förderung würdig seien - noch dazu , wo diese Art der Forschung in Österreich selbst verboten ist.

Küng begrüßte das Abstimmungsverhalten der österreichischen EU-Abgeordneten, die sich mit knapper Mehrheit gegen die Förderung der Forschung an embryonalen Stammzellen ausgesprochen haben, und "bittet die Politiker Österreichs, sich weiterhin gegen solche zweifelhaften Experimente einzusetzen", hieß es in der Aussendung. Außerdem sollten sich Österreichs Regierungsvertreter im Europäischen Rat dafür einsetzen, jenen Forschungsaktivitäten Priorität einzuräumen, die moralisch nicht so umstritten seien. So sei zum Beispiel die Forschung an adulten Stammzellen ein vielversprechender Weg, neue Therapien für kranke und leidende Menschen zu entwickeln. (APA)

Share if you care.