Tiroler Extrembergsteiger am Broad Peak an Erschöpfung verstorben

9. Juli 2006, 22:04
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Bei Abstieg von 8.047 Meter hohen pakistanischen Berg

Innsbruck - Nach der Besteigung des 8.047 Meter hohen Broad Peak im Karakorum (Pakistan) ist der Kufsteiner Höhenbergsteiger Markus Kronthaler an Erschöpfung verstorben. Der Alpinist schaffte es nicht mehr bis ins Lager, berichte das regionale ORF-Radio am Samstag.

Am Freitag hatte Kronthaler noch den Gipfelsturm auf den Broad Peak geschafft, offenbar mit letzter Kraft, wie sein Bruder Georg Kronthaler am Samstag erklärte. Die Männer hätten auf etwa 8.000 Meter am Vorgipfel biwakiert, danach seien sie auf den Hauptgipfel hinübergequert. Beim Abstieg vom Vorgipfel seien sie nicht mehr vorwärts gekommen. Kronthaler sei in der Nacht auf Samstag an Erschöpfung verstorben.

Der Begleiter von Markus Kronthaler, der Salzburger Alpinist Sepp Bachmair habe versucht bis ins "Lager 3" zurückzukommen. Auch er sei angeschlagen. Im "Lager 3" habe man ihn aber medizinisch betreuen können.

Nach einer Nanga-Parbat-Expedition vor zwei Jahren wollten Kronthaler und Bachmair diesmal den Broad Peak bezwingen, was auch gelang. Die ganze Expedition sei aber von schlechtem Wetter begleitet gewesen.

Die Leiche des verstorbenen Alpinisten soll von polnischen Bergsteigern auf 8.000 Metern Höhe beigesetzt werden. Eine Bergung wäre unter den extremen Bedingungen zu gefährlich, meinte die Familie. Nach der Rückkehr der übrigen Expeditionsmannschaft aus dem Karakorum werde es in Kufstein aber eine Trauerfeier für den 1967 geborenen Markus Kronthaler geben.

"Bachmair ist wohlauf"

Der Bruder von Josef Bachmair (40) schilderte am Samstagnachmittag im APA- Gespräch, dass dieser zwar erschöpft, aber vermutlich nicht verletzt sei. "Darüber sind wir sehr erleichtert", sagte der Bergrettungschef von Krimml im Pinzgau, Hansjörg Bachmair.

Der Bergretter zeigte sich zutiefst betroffen über den Tod von Markus Kronthaler. In einem Telefonat mit dem Basislager erfuhr er heute allerdings nur wenige Details des Bergdramas. Beim Aufstieg zum 8.047 Meter hohen Gipfel soll es sehr windig gewesen sein. "Da bekommt man nur schwer Luft. Das dürfte auch ein Grund der Erschöpfung gewesen sein", vermutete Bachmaier. Den Gipfel haben vermutlich zumindest drei der insgesamt zehnköpfigen Expeditionsteilnehmer aus Österreich erreicht.

Sein Bruder habe Kronthaler beim Abstieg geholfen. "Er war die ganze Nacht bei ihm, auch als er starb." Völlig erschöpft konnte Sepp Bachmaier selbstständig zum Lager 3 auf 6.950 Meter Seehöhe absteigen. Dieser Bereich liegt bereits unterhalb der lebensgefährlichen Zone. "Es dürfte ihm soweit ganz gut gehen", sagte sein Bruder, "aber es ist noch nicht entschieden, wann er das Lager wieder verlässt. Möglicherweise erholt er sich noch eine Nacht und steigt morgen weiter ab." Am Sonntag in einer Woche sollen die Bergsteiger in Österreich eintreffen.

Markus Kronthaler hatte die Expedition auf den Broad Peak geleitet. Zehn Österreicher beteiligten sich an dieser Tour "auf den Spuren von Hermann Buhl". Der Tiroler Bergsteiger war bei der Erstbesteigung auf den 7.665 Meter hohen Chogolisa - einen Nachbarberg des Broad Peak - 1957 über eine Schneewächte gestürzt und dabei ums Leben gekommen. (APA)

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