UNO-Missionsleiter: EUFOR-Truppe "hochwillkommen"

12. Juli 2006, 15:11
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Deutscher Kommandant: Truppe "tipptopp vorbereitet"

Berlin - Kurz vor der Entsendung von EU-Soldaten in den Kongo hat der politische Direktor der UNO-Mission MONUC, Albrecht Conze, auf die Bedeutung des Einsatzes hingewiesen. Da die Soldaten das Land vor Chaos und Gewalt schützen sollten, seien sie dort grundsätzlich "hochwillkommen", sagte Conze am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Allerdings müssten die Europäer der kongolesischen Bevölkerung noch deutlicher machen, dass sie keinen bestimmten Kandidaten unterstützten, sondern den Wahlprozess an sich schützen wollten. Der Oberbefehlshaber der EU-Mission EUFOR, Karl-Heinz Viereck, sagte im SWR, die Truppe sei "tipptopp vorbereitet".

Conze verteidigte die Entscheidung der EUFOR, ihren Einsatz zur Absicherung der Wahl Ende Juli auf die Hauptstadt Kinshasa zu konzentrieren. Ob die Wahl von den Verlierern akzeptiert werde, entscheide sich in der Hauptstadt. "Es ist nicht wichtig, dass die Europäer in den Provinzhauptstädten sind." Eine Ausweitung des Mandats sei weder nötig noch gefordert. Über eine Verlängerung könne dagegen noch einmal diskutiert werden. "Die Frage, ob der Einsatz nach vier Monaten erfolgreich beendet sein wird, kann ich heute noch nicht beantworten".

"Keine konkreten Anhaltspunkte"

Zur Dauer des Einsatzes sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) dem Nachrichtenmagazin "Focus": Die deutsche Bundesregierung kenne "bisher keine konkrekten Anhaltspunkte, dass sich nach Abschluss der Wahlen Gewalt entlädt, die das Ergebnis in Frage stellt." Der Außenminister fügte jedoch hinzu: "Aber niemand kann hier mit letzter Sicherheit kalkulieren". Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte vor einer Woche versprochen: "Die Kongo-Mission dauert vier Monate".

Auch Viereck geht davon aus, dass die Soldaten wie von Jung zugesagt zu Weihnachten wieder zu Hause sein werden. Er habe den Auftrag, mit seiner Truppe den Wahlprozess zu begleite. Dafür seien vier Monate vorgesehen "und diese Zeit reicht aus". Zur Vorbereitung sei jeder Soldat intensiv über den Kongo informiert worden und habe die nötige medizinische Vorsorge erhalten. An die klimatischen Bedingungen werde sich die Truppe schnell gewöhnen, sagte Viereck im SWR.

Das Hauptkontingent der insgesamt knapp 800 deutschen Soldaten soll am Montag in den Kongo starten. Viereck nannte die Verlegung der Truppe nach Afrika eine "logistische Meisterleistung". Im Augenblick transportieren pausenlos Antonow-Maschinen hunderte Soldaten und tausende Tonnen Material ins Einsatzgebiet. Insgesamt sollen rund 2.000 EU-Soldaten den Wahlprozess absichern. Österreich ist mit bis zu zehn Stabsoffizieren am Einsatz beteiligt. Die erste Runde der Wahlen soll am 30. Juli stattfinden. (APA)

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