Bregenz: Festspielhaus hat erste Feuertaufe bestanden

14. Juli 2006, 12:27
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Eröffnungsfeier mit Musik, Theater und Politikerreden - Verbesserte Akustik im großen Saal - Schüssel: "Tolles Stück Architektur"

Bregenz - Das innen und außen um 40 Millionen Euro umgebaute Festspielhaus Bregenz hat bei der feierlichen Wiedereröffnung am Freitagabend die erste organisatorische und akustische Feuertaufe bestanden. Zwischen Musik und Theater gab es kompakt gehaltene Ansprachen von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Bürgermeister Markus Linhart, die zuletzt ein Band in den Stadtfarben schwarz-weiß durchschnitten.

Tag der offenen Tür

Als Besuchermagnet für Groß und Klein hat sich am Samstag das generalsanierte Bregenzer Festspielhaus erwiesen. Seit dem Vormittag wurde der Festspielbezirk am Tag der offenen Tür geradezu gestürmt, freute sich Bürgermeister Linhart als "Hausherr" am Nachmittag über sehr positive Reaktionen der Bevölkerung: "Die Menschen sind vom modernen Ambiente begeistert. Sie haben das Haus gleich als ihr Festspielhaus angenommen".

Eröffnung

Die rund 1.700 Eröffnungsbesucher zeigten sich von der architektonischen Gestaltung des Festspielhauses (Architekten Helmut Dietrich und Much Untertrifaller) sowie des Vorplatzes durchwegs sehr angetan. Voll zum Tragen kam die deutlich verbesserte Akustik im großen Saal: Das Symphonieorchester Vorarlberg unter Gérard Korsten spielte Rossinis Ouvertüre "Die diebische Elster" und Tänze aus "Galanta" von Zoltan Kodaly.

Als Vorarlberger Erstaufführung erklang das Trompetenkonzert "Eirene" des heimischen Komponisten Herbert Willi (50), der ebenso wie Solist Reinhold Friedrich mit herzlichem Beifall gefeiert wurde. Als Kontrapunkt im künstlerischen Eröffnungsteil gestaltete das "aktionstheater ensemble" von Martin Gruber eine Performance aus dem Euripides-Klassiker "Die Bakchen".

Auch Kanzler Schüssel freut sich

Bundeskanzler Schüssel freute sich über den "offenen Raum für Kunst und Kreativität" und sieht das generalsanierte Festspielhaus als "Jubiläumsgeschenk" zum 60. Geburtstag der Bregenzer Festspiele die seit den bescheidenen Anfängen im Sommer 1946 einen ungeahnten Aufschwung genommen haben.

Österreich sei sich seiner Stellung als Kulturnation bewusst, bei aller Notwendigkeit zum Sparen würden neben Hochkultur und Bundestheatern (130 Millionen Euro) ganz gezielt auch in die Kunstuniversitäten (180 Millionen Euro) unterstützt, meinte Schüssel: "Wir investieren also in die Entwicklungsabteilung der österreichischen Kulturnation mehr als in den laufenden Betrieb", wies der Bundeskanzler Vorwürfe zurück, die Hochkultur werde einseitig bevorzugt. Ferner lobte er das Haus als "tolles Stück Architektur" qualifiziert: "Ich habe schon erlebt, wie man mit sehr viel Geld sehr hässlich bauen kann, hier ist das Gegenteil passiert." (APA)

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    Luftbild der Festspielhauses, das in den vergangenen zehn Monaten generalsaniert und erweitert wurde. Neu gestaltet wurden u.a. der Eingangsbereich und der große Saal, für die Aufführungen auf der Seebühne entstand eine überdachte Festspiel-Lounge. Etwa die Hälfte der Investitionen floss in die Erneuerung der Haustechnik.

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