US-Soldaten untersuchten Haditha-Vorfälle nicht

11. Juli 2006, 16:19
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CBS News: Widersprüchliche und falsche Berichte nicht in Frage gestellt

Washington/Bagdad - Ein Untersuchungsbericht des US-Militärs zu den Vorfällen in der irakischen Stadt Haditha vom November belastet Medien zufolge hochrangige Soldaten schwer. Wie der US-Sender CBS News am Freitag unter Berufung auf die Untersuchung berichtete, prüften die Marinesoldaten die widersprüchlichen und falschen Berichte über die Tötung von 24 irakischen Zivilisten in der westirakischen Stadt Haditha nicht. Obwohl es Hinweise gegeben habe, dass die Darstellung nicht korrekt sei, habe niemand in der Befehlskette diese in Frage gestellt.

Es seien auch keine Anstrengungen unternommen worden, eine Erklärung des US-Militärs zu korrigieren, in der davon die Rede gewesen sei, dass die Zivilisten bei einer Bombenexplosion ums Leben gekommen seien. Dies habe der ursprünglichen, falschen Darstellung entsprochen. In Wahrheit seien die Menschen an Schussverletzungen gestorben, berichtete der Sender weiter.

Untersuchungsbericht

In Haditha sollen Zeugen zufolge US-Marine-Infanteristen am 19. November 24 unbewaffnete Zivilisten getötet haben, darunter Kinder. Demnach eröffneten die Soldaten das Feuer nach einem Bombenanschlag, bei dem ein Soldat getötet worden war.

Ein anderer US-Untersuchungsbericht zu den Vorfällen dürfte nach Angaben von Politikern wohl zu Anklagen von Soldaten wegen Mordes führen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, wird sich aller Voraussicht nach wohl auch der US-Kongress mit dem Fall Haditha befassen. (APA/Reuters)

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