USA bieten Pjöngjang informelle bilaterale Gespräche an

15. Juli 2006, 09:42
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Am Rande der Sechs-Nationen-Treffen - Japan in Frage von Sanktionen gegen Nordkorea unnachgiebig

Seoul - Im Raketen-Konflikt mit Nordkorea unterstützen die USA einen chinesischen Vorschlag für informelle Sechs-Nationen-Gespräche. Der US-Gesandte Christopher Hill sagte am Samstag in Seoul, wenn Pjöngjang den Boykott dieser Runde beende, könnte es am Rande eines solchen Treffens auch zu einem informellen bilateralen Treffen zwischen ihm und einem nordkoreanischen Delegationsmitglied kommen. "Wenn es Sechser-Gespräche gibt, werden wir mit allen Gesandtschaften zusammentreffen", sagte Hill. Dies habe die US-Regierung stets gesagt und immer hätten die USA die nordkoreanische Delegation bei den Sechser-Gesprächen auch getroffen.

"Ich kann es aber nicht tun, wenn sie die Sechs-Länder-Gespräche boykottieren, denn das bedeutet, dass sie keine Sechser-Gespräche wollen. Sie wollen bloß Zweiergespräche", sagte Hill. Nach seiner Einschätzung sind neben China und den USA auch Japan, Russland und Südkorea dazu bereit, die Sicherheitslage in der Region mit Nordkorea informell zu diskutieren.

Zugeständnisse ausgeschlossen

Die Sechs-Parteien-Gesprächen mit Nord- und Südkorea, China, Japan, Russland sowie den USA waren zuletzt im November zum Stillstand gekommen. Hill schloss Zugeständnisse an Nordkorea für eine Wiederaufnahme aus. "Es ist nicht die Zeit für Gesten solcher Art", sagte Hill auf die Frage, ob etwa nordkoreanisches Vermögen, das bei einer Bank in Macau liege und derzeit eingefroren sei, freigegeben werden könne.

Nordkorea protestiert mit einem Boykott gegen die Sperrung eines Auslandsguthabens durch die USA und US-Vorwürfe der Geldwäsche und des Fälschens. Die USA würden gegen derartige nordkoreanische Wirtschaftsverbrechen weiter vorgehen, sagte Hill. "Jetzt ist nicht die Zeit für derartige Gesten", erklärte er. "Wir haben es mit einem Land zu tun, das rücksichtslos Raketen abgefeuert hat, was Auswirkungen auf die regionale Sicherheit hat."

Der japanische Außenminister Taro Aso schloss unterdessen einen Kompromiss in der Frage möglicher Sanktionen des UN-Sicherheitsrats wegen der nordkoreanischen Raketentests aus. Japan werde nicht nachgeben. Eine UN-Resolution in dieser Angelegenheit müsse Sanktionen gegen Pjöngjang enthalten, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo aus einer Rede Asos in Osaka.

Ein am Freitag vorgelegter Entwurf Japans ignoriert Bedenken der ständigen Mitglieder China und Russland, eine solche Drohung würde die Spannungen weiter erhöhen. Ein Außenamtssprecher erklärte, Japan dringe auf eine rasche Abstimmung. Der Zeitpunkt sei sehr wichtig, erklärte der Sprecher, Senior-Vizeminister Yasuhisa Shiozaki. Gespräche mit den anderen Sicherheitsratsmitgliedern seien positiv verlaufen. Mehr als die Hälfte von ihnen unterstütze die Resolution, sagte er.

Nordkorea hatte am Mittwoch trotz internationaler Warnungen sieben Raketen abgefeuert - darunter eine Langstreckenrakete, die Experten zufolge auch Alaska und damit die USA erreichen könnte. Danach kündigte Nordkorea weitere Versuche an, obwohl die viele internationale Staaten mit Protesten reagiert hatten. Zudem forderte das abgeschottete Land von Japan mit Nachdruck, bereits verhängte Sanktionen wegen der Tests aufzuheben. Andernfalls sehe sich Nordkorea gezwungen, schärfere Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sagte Botschafter Song Il Ho der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. (APA/AP/Reuters)

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