Armee von Neonazis unterwandert

28. Juli 2006, 13:52
46 Postings

Erleichterte Rekrutierungsregeln werden ausgenützt - Nazi-Graffitis in Bagdad

Washington - Anhänger von rassistischen und nationalsozialistischen Splittergruppen in den USA nutzen nach Angaben einer Bürgerrechtsgruppe erleichterte Rekrutierungsbestimmungen aus, um in wachsender Zahl in die US-Armee einzutreten. Extremisten würden den Armeedienst systematisch nutzen, um dort "die weltbeste Ausbildung in Kampftaktik und im Umgang mit Waffen und Sprengstoffen zu erhalten", teilte das "Southern Poverty Law Center" am Freitag in Washington mit.

Die Infiltrierung der Armee sei eine "erhebliche Bedrohung der Sicherheit". Erleichtert werde die Aufnahme von Neonazis und Rassisten durch die niedrigeren Anforderungen, mit denen die US-Armee angesichts des Irak-Kriegs um Rekruten wirbt.

"Alle Bereiche der Armee"

Die Gruppe zitierte einen Ermittler des US-Verteidigungsministers, wonach in der irakischen Hauptstadt Bagdad Graffiti der US-Rassistengruppe "Aryan Nation" ("Arische Nation") gefunden worden seien. Dem Ermittler zufolge reicht extremistisches Gedankengut "in alle Bereiche der Armee". Der Ermittler warf Rekrutierern vor, "wissentlich Neonazis und Rassisten anzuwerben". Zudem habe es Fälle gegeben, in denen die betreffenden Personen nicht aus dem Militär entfernt worden seien, obwohl sie als Extremisten identifiziert worden seien.

Pentagon-Sprecher Bryan Whitman räumte ein, dass innerhalb der Armee einschlägige extremistische Graffiti aufgetaucht seien. Es sei in diesem Fall aber eindeutig die Verantwortung der örtlichen Kommandanten, aus solchen Vorfällen die Konsequenzen zu ziehen. (APA)

Share if you care.