Ein Würfel, der "Wasser lässt"

7. Juli 2006, 21:22
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Eine Stahlskulptur für Umwelt und Erfrischung ist derzeit im Museumsquartier zu sehen

Wien – Normalerweise darf man Skulpturen im öffentlichen Raum nicht betreten. Man darf nicht in Brunnen herumspringen und auch auf dem einen oder anderen Rasen nicht Fußball spielen. Bei der Installation vor dem Dschungel Wien, dem Jugendtheater im Museumsquartier, hat man das Gefühl, das alles darf man. Auf dem sonst zur Gänze betonierten Platz, dem „Hof 3“ oder „Fürstenhof“ steht für die kommenden drei Wochen ein wasserspeiender Würfel auf einem eigens dafür großzügig angelegten Sockel aus Gras.

Glückliches Land

Während sich nun die Besucher in der Affenhitze die Hetz’ machen können, durch den Würfel und den Wasservorhang zu laufen und sich so ein wenig zu erfrischen, will die Umweltschutzorganisation WWF damit auf das wichtige Gut Wasser und den sorgsamen Umgang damit hinweisen. „Wir leben in einem glücklichen Land,“ was das Wasser betreffe, sagt Franko Petri von WWF. Doch die drei Milliarden Menschen auf dieser Welt, die weder Zugang zu Wasser noch Sanitäranlagen haben, auf die wolle man mit der Aktion aufmerksam machen. Und das mittels einer 200x200x200 Zentimeter großen Skulptur, die, in der Nacht buntest und schön beleuchtet, „Wasser lässt“. Um dem Vorwurf der Wasserverschwendung zu entgehen, versichert der WWF, dass die 700 Liter Wasser, welche der gerostete Stahlwürfel benötigt, zirkulierten. Entworfen wurde er von Richard Fürster und Markus Zahradnik.

Sowohl Theater als auch Umweltschutz passierten im Kopf, sagt Dschungel Wien-Direktor Stefan Rabl. Deswegen verbinde die Kooperation auch eine „gemeinsame Aura“. Am 24. Juli wird der Würfel zugunsten der WWF-Wasserprojekte versteigert. Bis dahin findet allerlei Unterhaltung drumherum statt: Samstags von 14 bis 19 Uhr legen DJs auf, am 9. Juli gibt es um 18 Uhr eine „Wasserlesung“ für Kinder. Zur gleichen Zeit finden auch am 15., 16., und 23. Juli Lesungen statt. (mil, DER STANDARD Printausgabe, 08./09.07.2006)

  • Sieht einem Tor zum Verwechseln ähnlich: der Stahlwürfel mit dem Wasservorhang im MQ
    foto: standard/corn

    Sieht einem Tor zum Verwechseln ähnlich: der Stahlwürfel mit dem Wasservorhang im MQ

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