Wie RHI Personal international entwickelt

2. April 2007, 13:12
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Beim Feuerfestkonzern RHI verschiebt sich das Geschäft zunehmend in die so genannten BRIC-Staaten. Heuer ist China Schwerpunktland

Der Feuerfestkonzern RHI hat sich ambitionierte Wachstumsziele gesteckt: Bis 2010 soll der Umsatz von rund 1,2 auf zwei Mrd. Euro steigen, das Betriebsergebnis soll in ähnlichem Ausmaß auf 200 Mio. Euro zulegen. Der designierte Generaldirektor Andreas Meier in der Nachfolge von Helmuth Draxler lässt auch keinen Zweifel daran, woher dieser Schub kommt: Brasilien, Russland, Indien, China, kurz die BRIC-Staaten genannt. Dorthin gehen, wo das Geschäft ist, heißt die Devise auch beim Lieferanten für die Stahlindustrie.

Meier stellt klar, dass in die heimischen und die europäischen Staaten investiert wurde und werde, um sie via Automatisierung und Innovation zu halten. Heuer ist China Schwerpunkt der Entwicklung, wo RHI drei Werke hat, ein viertes derzeit fertig stellt und demnächst in Nordchina auch in den Magnesitbergbau einsteigt. Fast 1000 Mitarbeiter hat der Konzern derzeit in China, 23 Expats sind im Aufbau und Management beschäftigt.

80 Euro Monatslohn stehen in China einem Mindest-KV von 1600 Euro hier gegenüber - eine Rechnung, die aufgeht, auch wenn die Produktivität in Europa ungleich höher ist, und, wie Meier sagt, "China derzeit auf Kosten seiner Humanressourcen und auf Kosten der Umwelt wächst - da steht uns noch einiges bevor. China erstickt derzeit fast an seinem Wachstum." Im Gegensatz zu allen anderen habe RHI Werke auf westlichem Niveau aufgebaut, sagt er zum Thema Nachhaltigkeit und Verantwortung.

Vorbildwirkung

Dort setzt auch die Personalentwicklung unter Andreas Berger an. China soll Vorbild für die weitere Entwicklung sein. Er will die Expats möglichst schnell und gut für neue Aufgaben freispielen und startet jetzt gemeinsam mit dem Langzeitpartner USPD ein umfangreiches Programm: Ein Team von chinesischen Trainern mit Europa-Erfahrung ist zusammengestellt, Train-the-Trainer-Schulungen laufen an. Die Mission: lokales Management auf dem Boden der RHI-Kultur zu entwickeln und die sehr wechselbereiten chinesischen Arbeiter zu loyalen RHIlern zu machen. Berger: "Europäische Programme funktionieren in China überhaupt nicht, da würde die halbe Belegschaft sofort kündigen." Er ist wie sein künftiger General selbst vor Ort. Petra Schulte, Geschäftsführerin der USPD, hat europaweit die Trainer zusammengestellt, den Bedarf vor Ort erhoben.

Insgesamt ein enorm aufwändiger, langfristiger Zugang. Berger: "Aber ich sehe, dass Junge mittlerweile genau deshalb zu uns kommen, weil wir diese Perspektive bieten." (Karin Bauer, Der Standard, Printausgabe 8./9.7.2006)

Info

RHI
  • RHI-Werk in Dalian, China
    foto: rhi

    RHI-Werk in Dalian, China

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