Verhandlungen mit Hamas über Gefangenenaustausch abgelehnt

8. Juli 2006, 16:17
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Fatah beschuldigt Hamas der Tötung eines Mitglieds

Jerusalem/Gaza - Israel schließt nach den Worten seines Innenministers Roni Bar-On Verhandlungen mit der radikalen Hamas über einen Austausch palästinensischer Gefangener gegen den entführten Soldaten Gilad Shalit aus. Darin sei er sich in einem am Abend mit Regierungschef Ehud Olmert geführten Gespräch einig gewesen, sagte der Innenminister am Freitag im israelischen Fernsehen. Mit dem Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, habe es einst Möglichkeiten für Gespräche über einen Gefangenenaustausch gegeben. Mit der Hamas gebe es diese Möglichkeiten jedoch nicht, fügte Bar-On hinzu.

Der Minister für innere Sicherheit, Avi Dichter, hatte nur wenige Stunden zuvor laut der Online-Ausgabe der Zeitung "Yedioth Ahronoth" gesagt: "Wenn Israel Gefangene freilassen soll, um seinen Soldaten zurückzubekommen, wird es das tun." Ein Vertrauter des Sicherheitsministers hatte später erläutert, Dichter habe keinen Gefangenenaustausch vorgeschlagen, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass Israel Gefangene freilassen könne, wenn sich die Lage beruhigt haben sollte.

Verhandlungen

Abbas sprach unterdessen davon, dass unter Vermittlung arabischer Länder, unter anderem Ägyptens, Verhandlungen zur Freilassung des verschleppten israelischen Soldaten im Gange sein. Die anhaltende Offensive der israelischen Armee im Gaza-Streifen sei den Verhandlungen abträglich, sagte der palästinensische Präsident. Die bewaffneten Palästinensergruppen rief Abbas auf, ihre Raketenangriffe auf Israel einzustellen.

Sicherheitsdienste und Abbbas' Fatah teilten am Freitag mit, in Gaza-Stadt sei ein Mitglied der Fatah-nahen Al-Aksa-Märtyrerbrigaden tot aufgefunden worden. Der Mann sei durch einen Kopfschuss getötet worden, hieß es. Die Fatah machte in einer Erklärung die Hamas für die "kriminelle Tat" verantwortlich. (APA)

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