Fernweh, Freddy und der Wannsee

7. Juli 2006, 18:48
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Franz Beckenbauer wollte nie zur See gehen. Aber das ist es nicht, was Knut am meisten vom Kaiser trennt

Knut, der immer zur See gehen wollte, und es dann zu einem Lokal am Wannsee gebracht hat, findet die Fan-Meile "bekloppt", weil sie ihm das Wasser abgräbt. Nicht am Wannsee, das ist Geschichte, "eine Frauengeschichte", aber hier, im neuen Lokal in Charlottenburg, keine Seemeile von der kanalisierten Extase entfernt.

"Bin icke froh, wenn das Affentheater vorbei ist", sagt Knut und drückt auf Repeat. Freddy Quinn kommt wieder, "bald wieder, nach Haus". Dem pakistanischen Koch, laut Knut der Beste (Koch, nicht Pakistani) der Welt, ist trotzdem fad. Das war am Wannsee anders. Da hat Knut gesungen. Ein Pole hat Harmonika gespielt, die Leute haben konsumiert ohne Ende - "na ja, egal".

Aber wenn sich Berlin jetzt noch für Olympia 2020 bewirbt und den Zuschlag erhält? Dann geht Knut wirklich zur See, "oder gleich in die Spree". "Aber Knut", sagt der einzige Gast, "das mit Olympia war nicht Beckenbauers Idee. Das war Bürgermeister Wowereit.""Und? Ist der Seemann?", fragt Knut rhetorisch. "Na siehste!" (DER STANDARD PRINTAUSGABE 8./9.7. 2006)

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