USA: Nordkoreas Raketentests als zusätzliche Belastung

11. Juli 2006, 13:45
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sikl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US Aktienmärkte tendierten in der feiertagsbedingten verkürzten Börsenwoche bei geringen Umsätzen und hoher Volatilität weitgehend seitwärts. Unterstützung erhielt der Markt von den ISM Indizes für die Industrie und für den Dienstleistungssektor. Beide Indizes schwächten sich gegenüber der Vorperiode zwar ab, Investoren interpretierten dies jedoch als Zeichen für eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik und somit als Indiz für ein Ende des Zinserhöhungszyklus.

Im Gegensatz dazu stiegen die Auftragseingänge stärker, als vom Markt erwartet, und die von Unternehmen neu geschaffenen Stellen erreichten den höchsten Stand seit 2001. Dies ließ zur Wochenmitte neuerlich Zinsängste aufkeimen. Für weitere Belastung sorgte der Raketentest Nordkoreas, sowie der dadurch auf ein Rekordhoch gekletterte Ölpreis. Dieser notierte erstmals seit acht Wochen wieder über der Marke von USD 75. Gold verzeichnete den kräftigsten Preisanstieg seit einem Monat. In diesem Umfeld konnten vor allem Öl- und Rohstofftitel relative Stärke zeigen. In Erwartung eines Endes der monatlichen Zinsanhebungen konnten des weiteren Finanztitel zulegen.

Von Unternehmensseite war die Nachrichtendichte in den vergangenen Handelstagen äußerst dünn. Unter Abgabedruck standen die Automobilhersteller Ford und General Motors. Beide Unternehmen hatten im vergangenen Monat neuerlich kräftige Marktanteilsverluste zu verzeichnen. Darüber hinaus mehrten sich Gerüchte, wonach Kirk Kerkorian, viertgrößter Aktionär von GM, dem Vorstand das Vertrauen entzogen hätte. Auch die ablehnende Haltung GMs zu der Allianz mit Renault und Nissan wurde vom Markt mit Unverständnis aufgenommen. Zur Schwäche neigten Einzelhandelsaktien, nachdem WalMart eine enttäuschende Umsatzentwicklung für das Monat Juni gemeldet hatte. Die Chiphersteller Marvell Technology und Maxim Integrated brachten zwischenzeitlich den Techsektor unter Druck. Gegen beide Unternehmen leiteten Börsenaufsicht und Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen falsch verbuchter Mitarbeiteroptionen ein.

Positive Nachrichten gab es lediglich von Target, dem zweitgrößten Lebensmitteldiskonter des Landes. Das Unternehmen konnte gestiegen Umsätze ausweisen, die über den Markterwartungen lagen.

Wichtigstes Ereignis in der kommenden Woche wird der Startschuss zur Berichtssaison zum zweiten Quartal sein. Neben Alcoa werden General Electric, AMD und Pepsico ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Eine Fortsetzung des positiven Gewinntrends des ersten Quartals sowie ein freundlicher Ausblick könnten der nötige Impuls für eine beginnende Kurserholung sein.

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