Der "übersehene" Aussichtsbalkon

    11. Juli 2006, 14:34
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    Die mächtige Wandflucht der Koschuta zählt zu den beeindruckendsten Szenerien der Karawanken

    . Am besten überblickt man den Höhenzug vom Freiberg (Setitsche) auf der gegenüberliegenden Seite des Tales. Der nicht einmal 2000 Meter hohe Gipfel erweist sich als ein Aussichtsbalkon sondergleichen, und es ist schade, dass er neben Koschuta und Hochobir ein AschenbrödelDasein führt und nur wenige Bergwanderer anlockt. Nur die Paragleiter schätzen seit einiger Zeit die Aufwinde und Thermik an seiner Nordseite.

    Der Gipfel ermöglicht nicht nur eine herrliche Sicht auf den malerischen Grenzkamm, sondern auch den Blick über das Drautal hinweg bis zu Koralpe und in das Nockgebiet.

    Der Berg ist nicht gerade typisch für den österreichischen Teil der südlichen Kalkalpen, denn ihm fehlen die ausgedehnten Schotterkare und die zerklüfteten Wände. Über der Baumgrenze wandert man gemütlich auf Almen und Matten zum höchsten Punkt.

    Seinen Namen verdankt der Freiberg dem Freibach, für den die Bewohner der Gegend jahrhundertelang das Fischrecht hatten.

    Die Besteigung des Freibergs ist nicht schwierig, verlangt aber einigermaßen gute Kondition, denn der zu bewältigende Höhenunterschied beträgt immerhin 1000 Meter. Man sollte früh aufbrechen, denn der Weg, den man im An- und Abstieg begehen muss, liegt in der prallen Sonne. In den Mittagstunden kommt man da gewaltig ins Schwitzen. Man braucht aber gutes Wetter, denn bei Nebel, Sturm oder Gewitter kann es sehr unangenehm werden.

    Die Mühen entlohnt der Berg neben der herrlichen Aussicht mit einer wunderschönen Blumenwelt, in der auch etliche Orchideen nicht fehlen. Der Almrausch überwuchert Teile der Almen und schmückt die Hochregion mit seinem herrlichen Rot. – Das Gebiet gilt als hervorragendes Jagdrevier, weshalb man nicht vom markierten Weg abweichen sollte.

    Die Route: Der Anstieg beginnt direkt in Zell-Pfarre. Vorbei an der Volksschule steigt man im Wald zum Hundsrücken und zum Uznikkreuz an. Später passiert man die Nikolaushütte, ein Jagdhaus, und erreicht die Waldgrenze. Über herrliche Wiesen geht es weiter zum Gipfel. Gehzeit ab Zell-Pfarre 2½ bis 3 Stunden. – Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, man braucht rund 2 Stunden bis ins Tal. (Bernd Orfer, Der Standard, Printausgabe 8./9.7.2006)

    Gesamtgehzeit 4½ bis 5 Stunden, Höhenunterschied 1000 m. Kein Stützpunkt am Weg. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 212 (Vellach); Freytag & Berndt Wanderkarte 234
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