RZB-Marktausblick: Patt-Situation

11. Juli 2006, 13:45
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Ein Kommentar von Raiffeisen Research

In den USA steht die Unternehmensberichtssaison vor der Tür. Alcoa, Pepsico, General Electric u. v. a. m. werden ihre Ergebnisse des zweiten Quartals im Verlauf der Woche bekannt geben. Unterstützt von zuletzt starken Quartalsergebnissen der US-Investmentbanken sowie von FedEx befürchten wir in Summe keine negativen Überraschungen. Viel mehr beachten wir aber die zeitgleich zu erwartenden Unternehmensausblicke auf das zweite Halbjahr, die bei sich abschwächenden Wirtschaftswachstumsdaten nicht mehr so rosig ausfallen dürften. Erste Gewinnrevisionen nach unten könnten die Folge sein. Wir setzen daher weiterhin auf tiefere Indexniveaus in den kommenden Wochen und würden dann erst Positionen aufbauen.

Europa

Die Spannungen mit Nordkorea und Ölpreise in der Nähe ihrer Höchststände zügeln den Appetit der Investoren auf weitere Zukäufe merklich. Aktuell scheint es eine Patt-Situation zwischen zwei Lagern zu geben: (1) die Korrektur ist abgeschlossen und der Weg zu höheren Indexniveaus ist wieder frei; (2) die jüngste Bewegung ist in die Kategorie "Bullenfalle" einzustufen: Wir müssen zugeben, dass wir mit unserer Meinung in gewisser Weise zwischen den Stühlen sitzen. Für die nächsten Wochen erwarten wir, dass die Aktienmärkte wieder Richtung Süden zeigen. Auch wenn die Berichte für das zweite Quartal gut ausfallen sollten, so sind die Erwartungen an das zweite Halbjahr aus unserer Sicht eindeutig zu hoch. Gleichzeitig sollten die anhaltend gute Konjunkturdynamik und die attraktiven Bewertungen aber stützen und einen freundlichen Quartalsabschluss ermöglichen.

Japan

Mit der anstehenden Zinssitzung in dieser Woche (13.-14. Juli) wird die japanische Notenbank wohl den lange erwarteten ersten Zinsschritt von 25 BP setzen und damit die sechs Jahre lang verfolgte Nullzinspolitik beenden. Die Börse sollte diese Entscheidung allerdings gelassen hinnehmen. Denn einerseits ist damit ein Unsicherheitsfaktor aus dem Weg geräumt und andererseits signalisiert man, dass sich der Aufschwung der japanischen Volkswirtschaft gefestigt hat. Auch wenn US-Konjunkturängste kurzfristig wohl noch belasten könnten, sollten sich im Verlauf des Quartals letztendlich die positiven Fundamentalfaktoren durchsetzen.

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