Kriminalitätsstatistik für Wien: Minus 4,4 Prozent strafbare Handlungen

9. Juli 2006, 18:55
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Starke Veränderungen bei einzelnen Deliktarten

In Wien ist die Zahl der strafbaren Handlungen im ersten Halbjahr 2006 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2005 um 4,4 Prozent von 114.230 auf 109.243 zurückgegangen. Die Aufklärungsquote blieb mit 28,5 Prozent gleich und ist im Bundesländervergleich die niedrigste. Bei einzelnen Deliktarten gab es starke Veränderungen.

Der Rückgang bei der Eigentumskriminalität insgesamt betrug zwei Prozent. Bei der Einbruchskriminalität sei ein Rückgang von 15,6 Prozent zu verzeichnen, gab die Bundespolizeidirektion am Freitag in einer Aussendung bekannt. Diese Entwicklung habe sich besonders stark bei Einbruchsdiebstählen in Wohnungen (minus 12,3 Prozent) ausgewirkt und sei vor allem durch eine weitgehende Zerschlagung von organisierten georgischen Einbrecherbanden erreicht worden. Pkw- und Kombi-Diebstähle gingen um 62 Prozent zurück, Pkw-Einbrüche um 23 Prozent.

Mehr Raubkriminalität

Bei der Raubkriminalität ist nach Angaben der Polizei tendenziell ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Beim "normalen" Raub gab es ein Plus von 4,7 Prozent, beim schweren Raub (Täter bewaffnet) eine Zunahme von 2,1 Prozent. In der Sparte Geschäftsraub gab es zum Teil massive Rückgänge - zum Beispiel minus 69 Prozent bei Tankstellen, minus 53 Prozent bei Trafiken. Allein die Zahl der Bank- und Postamtsüberfälle ist um 26,7 Prozent gestiegen, und zwar von 30 auf 38. Die extra ausgewiesene Zahl der Handy-Raube - in erster Linie jugendliche Täter - stieg um knapp 15 Prozent. Die Zahl der Raubüberfälle auf Passanten nahm um 34 Prozent zu.

Mehr Taschendiebstähle

Im Bereich Taschendiebstahl in Öffentlichen Verkehrsmitteln wurde eine Zunahme von 34,1 Prozent verzeichnet. Die Polizei reagiert mit Sonderstreifen an neuralgischen Punkten, bei denen im Juni 105 Personen festgenommen und mehr als 200 Anzeigen erstattet wurden.

Zehn Tötungsdelikten, die von Jänner bis Juni verübt wurden, standen 13 im ersten Halbjahr 2005 gegenüber. Beide Zahlen sind niedrig. Zum Vergleich: Im - gesamten - Jahr 1990 gab es in Wien 50 Morde. (APA)

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