Frauen und Ausländer Schwächste

27. Juli 2006, 20:01
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Teilzeitjobs zu 83 Prozent von Frauen bestritten - Ausländer aller Altersgruppen mit 13,4 Prozent am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen

Wien - In Österreich steigt der Grad an Beschäftigung an, parallel dazu werden aber auch immer mehr Arbeitslose gemeldet. Zwar gab es im 1. Quartal 2006 gegenüber dem Vorjahr 64.000 mehr Beschäftigte, die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich gleichzeitig um 16.000 Personen auf eine Quote von 5,5 Prozent (2005: 5,2 Prozent). Die schwächsten Gruppen am Arbeitsmarkt bleiben Frauen, Jugendliche und Ausländer. Die Jugendarbeitslosigkeit war mit 10,1 Prozent weiter im Steigen begriffen (2005: 9,2). Ebenfalls konstant hoch war der Frauenanteil in Teilzeitjobs mit über 83 Prozent, berichtete die Statistik Austria am Freitag in einer Aussendung.

Mehr als 3,8 Millionen Österreicher standen im ersten Quartal 2006 in Beschäftigung, 224.000 Personen waren arbeitslos. Laut den Statistikern lag die Erwerbstätigenquote damit bei 68,2 Prozent (2005: 67,6 Prozent).

Rekord bei Teilzeitjobs

Die Teilzeitjobs machten hier 22,5 Prozent aus und erreichten somit einen neuen Rekordwert (+1,5 Prozent). Von den insgesamt 858.000 Teilzeitbeschäftigten waren 714.000 Frauen. Auf die Gesamtbeschäftigung bezogen waren 6,9 Prozent der Männer und 40,9 Prozent der Frauen als Teilzeitarbeitskräfte im Einsatz.

Saisonbedingt lag die Zahl der arbeitslosen Männer zwischen 15 und 64 Jahren mit 120.000 deutlich über jener der Frauen (103.000), während die Arbeitslosenquote der Männer mit 5,5 Prozent nur geringfügig unter jener der Frauen von 5,6 Prozent rangierte.

Mehr jugendliche Arbeitslose

Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen (15 bis 24 Jahre) nahm im Jahresabstand von 52.000 auf 57.300 zu. Die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen stieg von 9,2 Prozent auf 10,1 Prozent. Allerdings befanden sich von den als arbeitslos gezählten Jugendlichen im ersten Quartal 2006 14.200 gleichzeitig in Ausbildung (Schule, Universität), sprich auf der Suche nach einem Ferialjob oder einer Nebenbeschäftigung. Nach EU-Definition gelten sie damit als arbeitslos (2005: 8.700 Personen).

Ausländer sind von Arbeitslosigkeit besonders stark betroffen. Über alle Altersgruppen hinweg war ihre Arbeitslosenquote mit 13,4 Prozent drei Mal so hoch wie jene der Inländer (4,6 Prozent).

Stärker nach internatioaler Definition

Das Plus bei den Arbeitslosen fiel nach internationaler Definition deutlich stärker aus als der Anstieg der Arbeitslosen nach nationaler Definition. Nicht saisonbereinigt waren im 1. Quartal 2006 7,9 Prozent mehr Jobsuchende zu verzeichnen. Das Arbeitsmarktservice (AMS) spricht von 1,3 Prozent mehr registrierten Arbeitslosen in ihrer Statistik.

Regional gesehen war die Arbeitslosenquote in Wien mit 9,7 Prozent am höchsten, gefolgt vom Burgenland (7,1 Prozent), Kärnten (5,3 Prozent) und Vorarlberg (5,2 Prozent). Bereits deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen Niederösterreich und die Steiermark mit je 4,8 Prozent. Die niedrigste Arbeitslosigkeit verzeichneten Oberösterreich (4,1 Prozent), Salzburg (3,3 Prozent) und Tirol (3,0 Prozent). (APA)

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