Baden-Würtemberg: Zum Islam konvertierte Lehrerin darf Kopftuch tragen

7. Juli 2006, 13:50
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Verwaltungsgericht hob Anordnung der Schulbehörde auf

Stuttgart - Eine zum Islam konvertierte Grundschullehrerin darf an baden-württembergischen Schulen mit einem Kopftuch unterrichten. Dies entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart am Freitag und hob damit ein Kopftuchverbot des Oberschulamtes auf. Die Beamtin ist seit 33 Jahren im Schuldienst und trat 1984 zum Islam über. Seit 1995 trägt sich auch während des Unterrichts ein Kopftuch, das so gebunden ist, dass es den Halsbereich frei lässt.

Gleichheitssatz des Grundgesetzes

Das Verwaltungsgericht hob die Anordnung des Oberschulamtes auf, weil die 55-Jährige mit dem Tragen des Kopftuch den religiösen Schulfrieden allenfalls "abstrakt" gefährde. Deshalb sei der Gleichheitssatz des Grundgesetzes strikt zu beachten. Wenn aber Nonnen in Ordenstracht an staatlichen Schulen allgemein bildende Fächer unterrichten dürften, sei das Kopftuchverbot für die Klägerin eine nicht hinzunehmende Benachteiligung ihrer Religionsfreiheit, entschied das Gericht. (APA/AFP/dpa)

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