Finale der Verlierer eine WM-Premiere

8. Juli 2006, 19:54
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Noch kein Duell zwischen Deutschland und Portugal - Iberer "schossen" schon zweimal deutschen Teamchef ab

Stuttgart/Wien - Das Finale der Verlierer am Samstag in Stuttgart (21 Uhr) wird zur WM-Premiere: Deutschland und Portugal sind noch nie in einem FIFA-Turnier aufeinander getroffen. Und dennoch, das Duell mit den Portugiesen um Platz drei stellt für die Deutschen kein gutes Omen dar. Denn schon zweimal läutete eine Partie gegen die Iberer das Ende einer DFB-Teamchef-Ära ein!

Das dürftige 0:0 in Straßburg zum EM-Auftakt 1984 führte dazu, dass Jupp Derwall nach der Gruppen-Phase seinen Trainerstuhl räumen musste, 16 Jahre später war das blamable 0:3 in Rotterdam zugleich der Abschied von Erich Ribbeck. Am 16. Oktober 1985 verlor die DFB-Auswahl ausgerechnet am Samstag-Schauplatz mit dem 0:1 gegen Portugal erstmals seit 1934 ein Qualifikationsspiel vor eigenem Publikum.

55.000 Zuschauer im Stuttgarter Neckarstadion waren Zeugen, als Carlos Manuel mit seinem Weitschuss-Tor in der 54. Minute dem bereits zuvor für die WM in Mexiko qualifizierten Team von Franz Beckenbauer die erste Niederlage in der Ausscheidung beibrachte. Damit gelang den Südeuropäern zugleich die Revanche für die am 24. Februar desselben Jahres erlittene 1:2-Niederlage gegen die Deutschen, für die Pierre Littbarski und Rudi Völler mit ihren Treffern gesorgt hatten.

Im Wettlauf um eine WM-Fahrkarte 1998 nach Frankreich trafen einander beide Länder wieder. In beiden Spielen war Jürgen Klinsmann mit von der Partie, doch ein Tor gelang dem heutigen DFB-Teamchef gegen die spielstarken Portugiesen nicht. Am 14. Dezember 1996 trennte man sich in Lissabon torlos, neun Monate später bewahrte Ulf Kirsten die DFB-Vertretung in Berlin mit seinem 1:1-Ausgleich in der 81. Minute vor einer weiteren Heimniederlage.

Die bitterste Niederlage gegen die Portugiesen gab es am 20. Juni 2000 im Rotterdamer Stadion "De Kuip". Nach einem 1:1 gegen Rumänien und der 0:1-Niederlande gegen England hätte das deutsche Team gegen die Südeuropäer einen Sieg benötigt, um die EM-Gruppen-Phase zu überstehen. Doch statt der erhofften Wende gab es mit dem 0:3 eine der peinlichsten Schlappen der Länderspiel-Geschichte.

Sergio Conceicao schoss in der 35., 54. und 71. Minute alle drei Tore der Portugiesen und machte damit nicht nur Ribbeck arbeitslos. Auch für Lothar Matthäus war die Länderspiel-Karriere nach dem 150. DFB-Einsatz beendet. Unter dem Bilanz-Strich hat der WM-Gastgeber aber die Nase vorne. Von bisher 14 Duellen mit den Portugiesen gewann Deutschland sechs, gab es fünf Remis und 18:13 Tore. (APA/dpa/AP)

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