SP-Prammer wirft Holding-Chef Huber "Fehler" vor

27. Juli 2006, 16:09
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Mit Verweis bleibt dunkler Schatten auf Goldmann - Richtlinien zur Behandlung ehrenamtlicher Tätigkeit in Unternehmen nötig

Wien - SPÖ-Frauen-Chefin Barbara Prammer hat am Freitag erneut Kritik am "Verweis" gegen ÖBB-Personenverkehrs-Direktorin Wilhelmine Goldmann wegen der Verwendung betrieblicher Mittel für nicht betriebliche Zwecke durch den Aufsichtsrat geübt. Dem ÖBB-Holding-Chef Martin Huber warf Prammer den "Fehler" vor, er habe es verabsäumt, ein persönliches Gespräch mit Goldmann zu führen. Pro futuro seien Richtlinien zur Behandlung ehrenamtlicher Tätigkeiten in Unternehmen tätig. SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser forderte am Freitag die unverzügliche "Bereinigung" von "untragbaren" Unvereinbarkeiten und Doppelgleisigkeiten im ÖBB-Aufsichtsrat.

In der Causa Goldmann sieht Prammer den Ball jetzt wieder bei ÖBB-Holding-Chef Huber, der bezüglich der weiteren Zusammenarbeit mit Goldmann Gespräche führen solle. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Aufsichtsrat ernsthaft meint, dass, nachdem man Goldmann angepatzt hat, die Gesprächsbasis verbessert wurde. Ich halte das bloß für Hinhaltetaktik. Zu befürchten ist, dass das Mobbing weitergeht, bis Goldmann sich freiwillig verabschiedet", so Prammer, die betonte, dass mit dem Verweis, einer "veritablen Fehlentscheidung", zu Unrecht ein dunkler Schatten auf Goldmann bleibe, "die sich nichts weiter zuschulden kommen hat lassen, als in einer Männerdomäne als Frau erfolgreich zu sein".

Doppelgleisigkeiten

Wirtschaftssprecher Moser warf am Freitag Ex-FPÖ-Minister Dieter Böhmdorfer und dem Leiter des Management-Zentrums St. Gallen Fredmund Malik Doppelgleisigkeiten und Unvereinbarkeiten vor, da sie beide sowohl Aufsichtsräte als auch Auftragnehmer der ÖBB seien: "Sie kassieren für ihre Tätigkeit gleich zweimal. Das sind ernsthafte Interessenskonflikte." Hier hätten die Eigentümervertreter für Klarheit zu sorgen: entweder Aufsichtsrat oder Berater.

Zudem hinterfragt Moser die Verlässlichkeit von Aufsichtsrat Malik und erinnert daran, dass dieser im Jahr 2000 in einer schwierigen Phase bei der Hämmerle AG überraschend den Aufsichtsrats-Vorsitz zurückgelegt und "das Schiff im Sturm verlassen" habe und von der Hauptversammlung nicht entlastet worden sei. "Ist ein nicht entlasteter Aufsichtsrat für so eine so wichtige Gesellschaft wie die ÖBB noch tragbar?", fragt Moser in einer Aussendung. (APA)

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    "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Aufsichtsrat ernsthaft meint, dass, nachdem man Goldmann angepatzt hat, die Gesprächsbasis verbessert wurde", so die SPÖ-Frauen-Chefin.

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