Gedenkort für Opfer der "Bleiburger Tragödie" soll erweitert werden

12. Juli 2006, 13:48
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Kommunistische Partisanen töteten 1945 nach Österreich geflohene kroatische Faschisten

Zagreb - Der "Ehrenzug von Bleiburg", eine Organisation kroatischer Veteranen, will bis Juli kommenden nächsten Jahres nahe Bleiburg in Kärnten eine neue Gedenkstätte errichten. Die Baukosten werden auf 200.000 Euro geschätzt; das Geld soll unter Auslandskoraten gesammelt werden. Es sei dies die zweite Errichtungsphase eines Gedenkzentrums für die so genannte Bleiburger Tragödie, hieß es. Das Projekt soll insgesamt zwischen vier und sechs Millionen Euro kosten.

Im Mai 1945 kam es in der Region um Bleiburg (Pliberk) zu einem der letzten Gemetzel des Zweiten Weltkriegs. Bereits nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands flüchteten rund 40.000 kroatische Zivilisten und Soldaten, darunter auch Mitglieder der faschistischen Ustascha-Verbände, die mit den Achsenmächten kollaboriert hatten, auf österreichisches Gebiet. Dort ergaben sie sich der britischen Besatzungsmacht. Die Briten entschlossen sich aber, die Flüchtlinge an die neuen kommunistischen Machthaber in Jugoslawien auszuliefern und schickten sie zurück. Die Partisanen töteten zahlreiche Flüchtlinge noch an Ort und Stelle oder auf dem Rückweg nach Kroatien.

Seit 1945 werden alljährlich Gedenkmessen auf dem Feld bei Bleiburg zelebriert, zunächst von kroatischen Emigranten und nach dem Ende des kommunistischen Regimes auch unter Teilnahme von offiziellen Regierungsvertretern aus Zagreb. Heuer war dort bereits ein renoviertes und erweitertes Denkmal für die Bleiburg-Opfer enthüllt geworden. Das Gedenkzentrum soll auch ein Museum, einen Gedenkpark, eine Kapelle und weitere Gebäude erhalten.

Die 1929 von Ante Pavelic gegründete Ustascha-Bewegung herrschte in Kroatien von 1941 bis 1945 als Handlangerin der deutschen Nazis und der italienischen Faschisten. Dem Ustascha-Regime werden Gräueltaten und Massenmorde, insbesondere in dem Konzentrationslager Jasenovac angelastet. Hunderttausende Serben, Juden und Roma wurden umgebracht. (APA)

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