"Schau ma mal" - Gelöste Stimmung beim EMS-Test

25. Juli 2006, 14:32
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Werbebroschüren, Metalldetektoren und viele Menschen

Wien - Mit zahlreichen anderen Prüfungskandidaten in der Straßenbahn, in der Hitze wartend und kontrolliert wie am Flughafen - so begann für 2.261 Studienanwärter am Freitag der Eignungstest für das Medizin-Studium (EMS) in der Halle A am Wiener Messegelände. Erst ca. eine dreiviertel Stunde später als geplant waren alle Prüfungskandidaten durch die Metalldetektoren geschleust - die Medizin-Studenten in spe wirkten trotzdem gelöst, immerhin ging es um keinen Wissens-, sondern eine Art Intelligenz- und Konzentrationstest.

Meinungen

Nachdem unter anderem Sonderzüge der Wiener Linien alle Bewerber zum Prüfungsort gebracht hatten, war die Stimmung ruhig und gelassen. "Schau'ma mal", war von den Wiener Studenten meist zu hören. Denn es handle sich schließlich um keinen Wissenstest. "Ich hab mir die Tipps durchgelesen und ein paar Beispiele versucht. Aber ich glaube, ich würde ihn nicht nochmal machen."

Andere nahmen es da schon ernster: Sie haben im Vorfeld 300 bis 400 Euro für einen fünftägigen Vorbereitungskurs bei einem Privatanbieter hingeblättert. "Eigentlich sollte ich nach Deutschland gehen. Mit dem Numerus Clausus könnte ich studieren, hier muss ich aber den Test machen", stellte Martin aus Wien frustriert fest.

Viele Deutsche

Doch gerade die "Numerus-Clausus-Flüchtlinge" haben zum EMS-Test geführt: Vor der Messehalle finden sich viele Autos mit deutschen Kennzeichen. "Doch die deutschen Studenten sind mir egal. Nur die Österreicher sind meine Konkurrenz", so Martin, denn auf Grund der Quotenregelung gibt es eine vorgeschriebene Anzahl von Plätzen für österreichische Studenten, Bewerber aus der EU und aus Nicht-EU-Ländern.

Zusätzliche Chance

Die deutschen Studenten sahen den Test eher positiv: Für sie ist es - falls sie den Numerus Clausus in der Heimat nicht schaffen - eine zusätzliche Chance auf einen Medizin-Studienplatz. "Daheim hätte ich keine Chance, also bin ich nach Wien gekommen", meinte ein Kandidat aus Bayern.

Warten auf Ergebnisse

Nach den letzten Zigaretten, dem schnellen WC-Besuch und den Glückwünschen der - in großer Anzahl mitgekommenen - Eltern vor der Prüfung ist Warten bei der Sicherheitskontrolle und bei den Metalldetektoren angesagt: Gürtel müssen vorübergehend weg, und die Rucksäcke sollen in der Garderobe bleiben, wo die 5.000 Garderobenhaken schon besetzt sind. Warten ist nach dem Test dann auch angesagt - die Ergebnisse stehen Ende Juli fest.

Wer es nicht schafft, dem wurden gleich auch Alternativen angeboten: So verteilte etwa die Sigmund Freud-Privatuni Werbebroschüren. (APA)

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