Spanien: Schwerverletzte bei Stierhatz in Pamplona

9. Juli 2006, 14:39
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Amerikaner bleibt vermutlich gelähmt

Pamplona - Ein 31-jähriger Amerikaner ist bei einem improvisierten Stierkampf nach dem traditionellen Stierrennen in Pamplona schwer verletzt worden. Ray Ducharme aus New York wurde am Freitag von einer jungen Kuh hart zu Boden geworfen und konnte seine Beine nicht mehr bewegen. Er wurde zur Notoperation ins Krankenhaus gebracht, wo eine permanente Lähmung nicht ausgeschlossen wurde, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung von Pamplona mit.

Ducharme nahm mit hunderten anderen Wagemutigen an der so genannten Vaquilla teil. Dabei wurden fünf junge Kühe durch die Stierkampfarena der spanischen Stadt getrieben, was vor den eigentlichen Stierkämpfen der allgemeinen Belustigung dienen soll, in diesem Fall aber ernste Folgen hatte. Beim ersten Stierrennen um 8.00 Uhr wurden sieben weitere Menschen verletzt, zwei davon schwer. Einem Neuseeländer fügte ein Stier mit seinem Horn eine tiefe Wunde am Oberschenkel zu, ein Spanier aus Pamplona wurde niedergetrampelt.

Jedes Jahr Unfälle

Auf der 825 Meter langen Strecke zur Stierkampfarena stürzen jedes Jahr zahlreiche Teilnehmer auf dem Kopfsteinpflaster der engen Altstadtgassen, es kommt immer wieder zu Verletzungen. In den vergangenen 80 Jahren kamen beim Stierrennen 13 Menschen ums Leben, vorher wurde keine Statistik geführt. Das letzte Opfer war der Amerikaner Matthew Tassio, der 1995 von einem Stier durchbohrt wurde.

International bekannt wurde das neuntägige Treiben zum Fest des heiligen San Fermin durch den Roman "Fiesta" von Ernest Hemingway aus dem Jahr 1926. Eine Bronze-Büste vor der Arena erinnert an den amerikanischen Schriftsteller, überall in Pamplona gibt es Souvenirs mit seinem Bild zu kaufen. Zum San-Fermin-Fest werden mehr als eine Million Besucher in der 250.000-Einwohner-Stadt erwartet. (APA/AP)

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